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22.06.2016

Kirchliche Orte: Die Caritas lebt von den Hochaktiven

Barbara Filek, Referat für Diakonie im Pastoralamt, über die Mission der Caritas als kirchlicher Ort.

 

Die christliche Theologie sieht in der Diakonie neben der Verkündigung und der Liturgie eines der Wesensmerkmale, einen der Grundvollzüge der katholischen Kirche.

 

Diakonie (diakonia) heißt übersetzt Dienst, und darunter versteht man den Dienst an den Menschen, die Linderung von Not und Armut im kirchlichen Rahmen.

 

Um den diakonischen/caritativen Aufträgen nachzukommen, braucht es unterschiedliche Orte und Einrichtungen. Und die Pfarren mit ihren hochaktiven, ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind solche Orte.

 

Ohne das Engagement pfarrlicher Ehrenamtlicher, ohne die räumlichen Ressourcen der Pfarren, könnte die Organisation Caritas der Erzdiözese Wien viele ihrer Projekte nicht umsetzen.

 

Ich möchte hier drei Beispiele anführen.

  • Die größte Herausforderung im vergangenen Jahr war sicherlich der Beginn der Flüchtlingswelle und der damit verbundenen Unterbringung von Asylwerbenden. Unmittelbare Hilfe war angesagt.

Und wie immer haben wir uns auf unsere pfarrlichen Haupt- und Ehrenamtlichen verlassen können. Für die Notversorgung der Transitreisenden haben Pfarren in Wien im Zeitraum von September bis Dezember 1.500 Schlafplätze für insgesamt 10.200 Männer, Frauen und Kinder bereitgestellt.

 

  • Ein weiteres Beispiel sind die 19 Wärmestuben in Pfarren, bei der Gästezahl gab es im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 40 Prozent.

Dieser Zuwachs macht konkret deutlich, dass sehr viele Menschen nach Wärme und Schutz, nach Austausch und Gesprächen, nach Verpflegung und Sicherheit, nach Raum und Geborgenheit suchen.

  • Das Projekt Le+O ist ein weiteres Paradebeispiel, wo Caritas ihren diakonischen Auftrag nachkommt. Le+O – Lebensmittel und Orientierung – wurde 2009 gemeinsam mit Wiener Pfarren ins Leben gerufen und bietet nachhaltige Unterstützung für armutsbetroffene Haushalte.

Menschen mit niedrigem Einkommen erhalten in den Ausgabestellen einmal pro Woche Lebensmittel zu einem Beitrag von 3,50 Euro. Gleichzeitig stehen bei Bedarf zwei SozialarbeiterInnen für individuelle, kostenlose Beratung zur Verfügung.

 

In 15 Wiener und 2 niederösterreichischen Pfarren werden pro Jahr 610 Tonnen an Lebensmittel verteilt. Über 850  pfarrliche und nichtpfarrliche Freiwillige stellen jede Woche ihre Zeit zur Verfügung.


Ein weiterer Ort, wo auf die Nöte von Menschen eingegangen wird, ist die Caritasgemeinde. Sie ist aus den Messgemeinden der Obdachlosenhäuser der Caritas Wien entstanden und bietet Platz für alle, insbesondere für die an den Rand der Gesellschaft Gedrängten.

 

Die Caritasgemeinde ist mehr als eine Gottesdienst- und Weggemeinschaft. Sie ist ein Mahnmal gegen Ausgrenzung, gestärkt von der Hoffnung, dass das Evangelium Jesu Christi Wege zueinander eröffnet.