In der Kirche in Neufünfhaus, die auf Initiative von Hildegard Burjan gebaut wurde, feierte die Pfarrgemeinde, Freunde und MitarbeiterInnen der Caritas Socialis, CS Schwestern und PolitikerInnen fast aller im Parlament vertretenen Parteien zu Ehren der vor vier Jahren selig gesprochenen Gründerin der Caritas Socialis.
Schwester Susanne Krendelsberger sprach einführende Worte zum Taufgedächtnis und erinnerte daran, dass Hildegard Burjan erst spät zum Glauben gefunden hatte und sich nach schwerer Krankheit taufen ließ. Für sie bildeten Glauben und Leben, Geschenk und Auftrag, Liebe zu Gott und zu den Menschen bildeten für sie eine Einheit. Diesen Gedanken brachte sie auch in die Pläne zu diesem Seelsorgezentrum ein: die Räume für die Sozialarbeit sollten ebenso groß wie der Kirchenraum sein. Gemeinsam mit Pfarrer Martin Rupprecht besprengte sie zu Beginn des Gottesdienstes in Erinnerung an die Taufe die Mitfeiernden mit Wasser.
Das Wesentliche kann man sich nicht kaufen und das Wichtige kann uns etwas kosten
Pfarrer Martin Rupprecht ging anhand von Symbolen darauf ein, dass das Wichtige im Leben nicht käuflich ist, sehr wohl aber wichtige Lebensentscheidungen einen etwas kosten können, Einsatz verlangen. Die anwesenden PolitikerInnen erinnerte er an das Motto der Seligsprechung Hildegard Burjans „Mit Spannungen leben“. Nach ihrem Vorbild gelte es Brücken - auch bei unterschiedlichen Meinungen. „Hildegard Burjan“ wird auch der Name der Pfarre neu im 15. Bezirk sein, die sich aus 5 Gemeinden am 1. 1. 2017 zusammenschließen wird. Das Vorbild Hildegard Burjans steht auch im Leitbild der neuen Pfarre.
Seit der Seligsprechung Hildegard Burjans feiern PolitikerInnen einen Gottesdienst zum Gedenktag Hildegard Burjans. Hildegard Burjan war die erste demokratisch gewählte Politikerin, die selig gesprochen wurde. In ihrer politischen Tätigkeit im Wiener Gemeinderat und im Parlament gelang es ihr, über Parteigrenzen hinweg, das Verbindende zu stärken. Das macht sie zum Vorbild für PolitikerInnen auch heute. „Je fester ein Mensch von seiner Weltanschauung überzeugt und durchdrungen ist, je mehr ihm seine Gesinnung heiligste Herzenssache ist, desto ruhiger erträgt er andere Meinungen, desto mehr sucht er überall das Versöhnende, Verbindende heraus und ignoriert bei gemeinsamer Arbeit das Trennende.“