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10.06.2016
Requiem am 10. Juni 2016

Erzdiözese Wien: Abschied von Prälat Kaupeny

Kardinal Schönborn stand Requiem für Wiener Neokatechumenat-Pionier vor.

 

"Leopold Kaupeny hatte keine Angst, etwas Neues zu bauen: eine Arche, in der Leben ist": Mit diesen Worten würdigte der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, den langjährigen Pfarrer von St. Brigitta im 20. Bezirk, der am 28. Mai in Wien im Alter von 87 Jahren verstorben war. Der Kardinal stand am Freitagnachmittag, 10. Juni 2016 dem Requiem für den Verstorbenen in der Pfarrkirche St. Brigitta vor, wo Kaupeny mehr als vier Jahrzehnte (1966-2010) als Pfarrer und einige Jahre auch als Dechant wirkte. Er war einer der ältesten aktiven Pfarrer der Erzdiözese.

 

Kardinal Schönborn würdigte den Einsatz Kaupenys für ein reges Gemeindeleben. Zeichen dieser lebendigen Kirche seien die vielen Kinder und Jugendlichen dieser Pfarre, die sich in den vergangenen 40 Jahren nicht nur aufgrund demografischer Entwicklungen "unglaublich verändert" habe.

 

Der Verstorbene habe sich in seinem priesterlichen Wirken dafür eingesetzt, dass die Armen einen Platz in dieser Arche haben, so Schönborn. "Wir finden das Evangelium im Blick auf die Armen", sagte der Kardinal unter Bezugnahme auf die Bergpredigt. Er erinnerte gleichzeitig an das vielfache Leid verfolgter Christen, derer am Freitag auch mit einem Schweigemarsch in der Wiener Innenstadt gedacht wird. Im Anschluss an das Requiem wurde Kaupeny auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.

 

Erst mit knapp 83 Jahren in Pension

Kaupeny wurde am 16. Oktober 1928 in Wien geboren, wo er auch Theologie studierte und 1953 zum Priester geweiht wurde. Als junger Kaplan war er in Pottendorf, Erdberg, Neuottakring und Altlerchenfeld tätig. Er war zudem Diözesanjugendseelsorger und unterrichtete als  Religionslehrer. 1966 wurde Kaupeny Pfarrer in St. Brigitta. In Pension ging er erst 2010 mit knapp 83 Jahren.

 

Kaupeny gilt als einer der Wegbegründer des Neokatechumenalen Wegs in der Erzdiözese Wien. Die Gemeinschaft des Neokatechumenats entstand 1964 in Madrid. Das Neokatechumenat will getaufte Christen langfristig auf ihrem Glaubensweg begleiten und ihr religiöses Leben intensivieren. Ein fester Stamm von Menschen soll den Glauben leben und weitertragen. In Österreich entstand die erste Gemeinschaft des Neokatechumenats im Frühjahr 1974 in der Wiener Pfarre Döbling-St. Paul. 1975 folgte die zweite Gemeinschaft in der Pfarre von Leopold Kaupeny. Heute gibt es Gemeinschaften und Priester aus dem Neokatechumenalen Weg in mehreren österreichischen Diözesen, so in Wien, Linz, St. Pölten, Graz und Salzburg. Mit dem Missionskolleg Redemptoris Mater befindet sich am Wiener Wolfrathplatz auch eines der weltweit mehr als 100 vom Neokatechumenalen Weg getragenen Priesterseminare.