Montag 18. Mai 2026

Schnellsuche auf der Website

10.06.2016
Jugend Eine Welt unterstützt Projekte der Salesianer Don Boscos

"Jugend Eine Welt": Fußball ist Chance für Bildung und Frieden

Weltweite Don Bosco-Einrichtungen nutzen Ball gezielt als "pädagogisches Instrument", Wertevermittler und Anknüpfungspunkt für bildungsferne Kinder und Jugendliche.

Auf den enormen Wert des Fußballspiels für Bildung und Frieden weist zum Auftakt der Fußball-Europameisterschaft das Hilfswerk "Jugend Eine Welt" (J1W): Weltweit würden zahlreiche Don Bosco-Projekte für Kinder und Jugendliche den Fußball als pädagogisches Instrument nutzen, berichtete J1W-Vorsitzender Reinhard Heiserer am Freitag, 10. Juni 2016 per Aussendung. In Österreich vertreibt J1W rund um die EURO u.a. einen fair gehandelten Fußball.

 

"Fußball ist mehr als Sport. Er verbindet Menschen über alle weltanschaulichen, religiösen und ethnischen Grenzen hinweg - auch in Krisengebieten", betonte Heiserer. Besonders in Konfliktzonen wie der Ukraine, Palästina oder Syrien sei die Devise wichtig, zusammen statt gegeneinander zu spielen. Heiserer: "Wir wünschen der EURO in den nächsten Wochen, dass auch sie vom Geist des Friedens, des Miteinanders und der Freundschaft getragen wird."

 

„Teamgeist, Durchhaltevermögen, Selbstvertrauen“

Kinder würden in einer Fußballmannschaft lernen, andere zu respektieren und sich gemeinsam für ein Ziel einzusetzen, erläuterte der J1W-Vorsitzende. "Sie entwickeln Teamgeist, Durchhaltevermögen und gewinnen Selbstvertrauen. Zudem müssen sie sich an Fairplay und eine gewisse Form von Disziplin gewöhnen." Derartige Qualitäten seien für Kinder, die etwa lange auf der Straße gelebt haben, nicht selbstverständlich.

 

Fußball sei auch wichtiger Anknüpfungspunkt, um Kinder in ihrer Lebenssituation "abzuholen", betonte Heiserer. In die von J1W unterstützte Projekte des Salesianerordens würden viele zuallererst einfach deshalb kommen, um Fußball zu spielen und Spaß zu haben. Schule oder Ausbildung seien dabei oft vorerst kein Thema. Mit dem Kennenlernen werde jedoch Vertrauen aufgebaut, mit dem dann in einem weiteren Schritt den Kindern Bildungsangebote gemacht würden, die diese annehmen können oder nicht.

 

Ein Vorzeigebeispiel dafür ist das Salesianer-Projekt "Golaso - Fußball für Straßenkinder" in Ecuador: Nicht nur zahlreichen Buben, sondern auch Mädchen hätten sich dank des Erstkontaktes im Sport Möglichkeiten für die Zukunft aufgetan, darunter die zehnjährige Maria aus der Hafenstadt Guayaquil. War noch vor drei Jahren an Schulbesuch nicht zu denken - das Mädchen verkaufte damals gemeinsam mit der Stiefmutter auf dem Markt Früchte -, so kommt Maria nun täglich ins "Golaso"-Projekt, zum Fußball spielen, Mittagessen und zum Erledigen der Aufgaben für die Schule, in die sie nun geht.

 

„Eine-Welt-Fußbälle“

Zur Unterstützung der Hilfsprojekte in Übersee vertreibt J1W fair gehandelte "Eine-Welt-Fußbälle", mit denen auch auf die Herstellungsbedingungen des runden Leders hingewiesen wird: Nach wie vor seien fair produzierte Bälle - bei denen Näher so viel verdienen, dass sie damit ohne zusätzliche Arbeit ihrer Kinder für den Lebensunterhalt ihrer Familie sorgen können - eher die Ausnahme als die Regel.

 

Der in Pakistan produzierte, nach FIFA-Gütekriterien erzeugte "Eine Welt-Fußball" erfüllt diese Voraussetzung durch einen an die Erzeuger weitergeleiteten Mehrpreis (er kostete 29,95 Euro), mit dem u.a. der Schulbesuch der Kinder ermöglicht werden soll. Der Ball ist mit dem Fairtrade-Gütesiegel ausgezeichnet. Durch Prämien werden den Nähern außerdem Gesundheitsversorgung, Sozialleistungen und ein Kleinkreditprogramm ermöglicht.