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09.06.2016
Schweigemarsch am 10. Juni

Kardinal Schönborn führt Schweigemarsch für verfolgte Christen

Traditioneller Schweigemarsch von „Christian Solidarity International“ zur "Langen Nacht der Kirchen" in Wien.

Ganz anders als gewohnt präsentiert sich heuer der schon traditionelle „Schweigemarsch für die verfolgten Christen“ der österreichischen Sektion von „Christian Solidarity International“ (CSI):  Der von Kardinal Christoph Schönborn und anderen leitenden Persönlichkeiten der christlichen Kirchen in Österreich angeführte Schweigemarsch bildet heuer den Auftakt zur „Langen Nacht der Kirchen“

 

Der Schweigemarsch startet am Freitag, 10. Juni, um 16.15 Uhr vor dem Hauptportal (Riesentor) des Stephansdoms; heuer werden besonders viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den orientalischen christlichen Gemeinden in Wien erwartet. Der Marsch  setzt sich über den Graben und Kohlmarkt fort und führt in die Augustinerkirche. Dort mündet er in den ökumenischen Eröffnungsgottesdienst (ca. 17 Uhr) zur „Langen Nacht der Kirchen“. Bei dem Gottesdienst werden -  getreu dem Motto „Ein Licht der Hoffnung brennt“ - Kerzen gesegnet. Sie sollen in viele Gotteshäuser der Stadt gebracht werden, die während der „Langen Nacht der Kirchen“ geöffnet sind. Der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Superintendent Lothar Pöll, wird den Lichtsegen erteilen. 

 

Sammlung für Schüler und Studenten in Syrien

Georg Radlmair, einer der Organisatoren der „Langen Nacht der Kirchen“, betont dazu: „Die Laternen in den verschiedenen Gotteshäusern sollen den Besucherinnen und Besuchern zeigen, dass die Christen keine Verfolgung, sei sie aus religiösen oder anderen Motiven, dulden und dass sie stets ihre Stimme – leise und laut – dagegen erheben werden“.  Am Kirchenausgang wird im Namen von CSI-Österreich für das Verbleiben der christlichen Schüler und Studenten in Syrien gesammelt: Zum Schul- oder Vorlesungsbesuch und für Studienbücher brauchen sie rund 12 Euro pro Monat.

 

Im Aufruf von CSI-Österreich wird auf die aktuelle Situation im Nahen Osten Bezug genommen: „Wir prangern den Völkermord im Nahen Osten und in anderen Gebieten an. Wir sagen Stopp gegen die besorgniserregende Vertreibung der Christen aus ihren Ursprungsregionen. Wir appellieren an den Westen, sich noch massiver als bisher für den Frieden in diesen Ländern einzusetzen. Die Menschen sollen in ihrer Heimat bleiben können und nicht weiterhin zur Flucht gezwungen werden“. CSI-Österreich betont in diesem Zusammenhang ausdrücklich, dass es der Organisation nicht um interreligiöse Auseinandersetzungen gehe, im Gegenteil sei CSI-Österreich am interreligiösen Dialog mit den Muslimen überaus interessiert.

 

Zahlreiche Organisationen dabei

Dem Appell von „Christian Solidarity International“ zur Teilnahme am „Schweigemarsch für die verfolgten Christen“ haben sich zahlreiche Organisationen angeschlossen, so auch die „Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände“ (AKV) : „Wir müssen in der Öffentlichkeit ein klares Signal des Mitgefühls und der Hilfsbereitschaft für unsere Mitchristen setzen“.  Entsprechend dem Motto des CSI-Schweigemarsches („Helfen wir, wo wir nur können!“)  hat die AKV eine österreichweite Solidaritätsaktion "Hilfe für Christen in Not im Nahen Osten" gestartet und möchte damit an Ort und Stelle helfen. Diese Spendenaktion soll vorerst drei Projekten der Hilfsorganisationen "Kirche in Not", "Christian Solidarity International (CSI)" und "Initiative Christlicher Orient (ICO)" in Syrien und im Irak zugute kommen. "Die orientalischen Christen laufen Gefahr, in ihrer Heimat keine Perspektive und keine Zukunftschance mehr zu haben. Aber auch sie haben ein Menschenrecht, künftig friedlich im Nahen Osten leben zu können. Dort waren Christen lange vor der Ankunft des Islam im 7. Jahrhundert präsent. Sie müssen geschützt und unterstützt werden", forderte AKV-Präsident Helmut Kukacka.

Hilfe und Unterstützung für muslimische Flüchtlinge in Österreich sei berechtigt und notwendig, es müsse aber auch Hilfe und Unterstützung „von Christen für verfolgte Christen im Nahen Osten“ geben, stellte Kukacka fest. Leitstern dafür sei das Wort des Apostels Paulus im Galaterbrief (6,10): "Deshalb wollen wir, solange wir noch Zeit haben, allen Menschen Gutes tun, besonders aber denen, die mit uns im Glauben verbunden sind“.

 

Kardinal Schönborn sagte zur Initiative der AKV: "Die Hilfe für die von Verfolgung und Flucht betroffenen Menschen im Nahen Osten ist allemal effektiver und letztlich auch günstiger als in Europa Zäune zu errichten. Es ist ein Gebot der Stunde, die Hilfe für Christen in Not im Nahen Osten zu verstärken. Damit soll den schwerbedrängten Christen, die dort das Erbe des Urchristentums hüten, das Überleben gesichert und eine Perspektive für die Zukunft gegeben werden“.