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09.06.2016
Viele Akitvitäten in der Langen Nacht der Kirchen

Kardinal Schönborn sendet Nachbarschaftsgrüße an "Lange Nacht" in Brünn

Viele Aktivitäten in Mähren, aber auch Slowaken diesmal stärker engagiert als im Vorjahr.

Die "Lange Nacht der Kirchen" am Freitag, 10. Juni 2016, ist so wie das Friedenslicht aus Bethlehem und die Dreikönigsaktion ein weiteres Element, das Österreich mit seinen Nachbarländern verbindet. Sichtbar wird dies nicht zuletzt durch die Übernahme der von Vera Rieder konzipierten graphischen Gestaltung von Internetauftritt, Plakat und Programmheft. Insbesondere in Tschechien wird alljährlich darauf hingewiesen, dass man die auch dort höchst erfolgreiche Aktion aus Österreich übernommen hat, konkret auf der Achse der beiden Partnerdiözesen Wien und Brünn (Brno).

 

Ein fester Bestandteil ist dabei das Grußwort geworden, das der Wiener Erzbischof den Besuchern der tschechischen "Langen Nacht" entbietet. Im Jahr der Barmherzigkeit stünden "die Kirchentüren besonders weit offen", so Kardinal Christoph Schönborn im Programmheft. Wenn er wie jedes Jahr in Wien einige Kirchen besuchen werde, denke er "auch gerne an die vielen Kirchen in unseren Nachbarländern, besonders in meiner alten Heimat Tschechien", und sei "im Gebet mit den vielen Tausenden Menschen verbunden".

 

Slowakischer Erzbischof Orosch aktiv dabei

Während in der Tschechischen Republik die katholischen Bischöfe das ökumenische Projekt ohne Abstriche unterstützen, war die Kirchenspitzen in der Slowakei in den letzten Jahren zurückhaltend. Die Vorbehalte rührten unter anderem daher, dass die "Lange Nacht" von dem 2012 nach nur drei Jahren abgesetzten Erzbischof von Trnava (Tyrnau) Robert Bezak besonders gefördert worden war. Umso bemerkenswerter ist es, dass sein Nachfolger Jan Orosch heuer zugesagt hat, in der "Langen Nacht der Kirchen" an einem Gottesdienst in der Kirchenruine des Katharinenklosters bei Dechtice und Nahac teilzunehmen.

 

Der Wiederaufbau des Gebäudeensembles in den Kleinen Karpaten durch Kinder und Jugendliche auf Sommerlagern läuft mittlerweile seit 22 Jahren. 1.531 Freiwillige haben unter Anleitung von Fachleuten und unter Anwendung historischer Baumethoden bisher dazu beigetragen, die "Katarinka" wieder erstehen zu lassen.

 

Erzbischof Orosch hat am vergangenen Wochenende in seiner Bischofsstadt den 40. Jahrestag seiner Priesterweihe begangen. Drei Bischöfe, die mit ihm gemeinsam zum Priester geweiht worden waren - der Diözesanbischof von Spis (Zips), Stefan Secka, der Bischof von Zilina (Sillein), Tomas Galis, sowie der griechisch-katholische Exarch von Mukacevo in der Ukraine, Milan Sasik - sowie 20 ebenfalls damals geweihte Priester versammelten sich bereits am Samstag zu einer Vesper in der Nikolausbasilika.

 

Den Festgottesdienst am Sonntag (5. Juni) in der Kathedrale zum heiligen Johannes dem Täufer zelebrierte Bischof Galis. Anwesend waren auch der Vorsitzende der Slowakischen Bischofskonferenz, der Pressburger Erzbischof Stanislav Zvolensky, sowie der Apostolische Nuntius in der Slowakischen Republik, Erzbischof Mario Giordana, der den Segen von Papst Franziskus überbrachte.

 

Großes mediales Interesse fand der Abschluss des Gottesdienstes. Er bestand aus einem Originalton der Predigt, die der Tyrnauer Erzbischof Julius Gabris bei der Priesterweihe Orosch's am 6. Juni 1976, noch in der Zeit der kommunistischen Kirchenverfolgung, im Pressburger Martinsdom gehalten hatte.