Die Sozialanthropologin Barbara Andrä und der Theologe Elmar Kuhn werden das Konzept der Erzdiözese Wien für die Nachfolgeeinrichtung des Afro-Asiatischen Instituts (AAI) Wien entwickeln. Das teilte die Pressestelle der Erzdiözese Wien am Mittwoch, 8. Juni 2016 mit. Andrä und Kuhn arbeiteten seit Junibeginn an einem Konzept für eine neue "Stelle für den interreligiösen/interkulturellen Dialog", hieß es. "So können wir den Know-how-Transfer und die Vernetzung mit dem AAI optimieren, das den bleibenden Grundstein für den interreligiösen Dialog und die entwicklungspolitische Arbeit der Kirche in Wien gelegt hat", berichtete Generalvikar Nikolaus Krasa.
Vor einigen Monaten war bekannt geworden, dass die Erzdiözese die Bildungsarbeit im AAI, das eine kirchliche Stiftung ist, mit Ende Juni einstellen wird. Stattdessen soll mit Blick auf die raschen gesellschaftlichen Veränderungen ein neue Einrichtung geschaffen werden, die interreligiöse und interkulturelle Aktivitäten und Kompetenzen der Kirche vernetzen soll. Das ebenfalls im AAI-Haus in der Wiener Türkenstraße untergebrachte Studentenheim, die Sprachkurse, das "Afro-Cafe" und auch die Mensa werden künftig von Partnern oder Pächtern weitergeführt.
Barbara Andrä war zuletzt in der Jugendseelsorge der Erzdiözese Wien tätig, wo sie u.a. das Weltjugendtagsprojekt "road to mercy" für rund 9.000 Jugendliche geleitet hat. Elmar Kuhn ist Generalsekretär des Österreich-Zweigs von "Christian Solidarity International" (CSI), Dozent für interreligiöse Fragen an der Kirchlich Pädagogischen Hochschule Wien-Krems und theologischer Berater im Erzbischöflichen Schulamt.
Die bisherigen Mitarbeiter des AAI haben derweil für 24. Juni ab 17.30 Uhr zu einem "AAI-Closing" eingeladen. Bei dem Abschiedsfest mit Livemusik für Freunde, Unterstützer und Partner der bisherigen Einrichtung wird eine Fotoausstellung unter dem Motto "57 Jahre AAI-Wien" sowie Filme, Fotos und Kunstwerke aus den vergangenen Jahrzehnten gezeigt. Auch die Kapelle, der muslimische Gebetsraum und der Hindutempel im AAI werden zugänglich sein. Die letzteren beiden waren jeweils zur Zeit ihrer Errichtung - im Fall der Moschee Anfang der 1960er Jahre und beim Hindutempel 1980 - die ersten Wiens.