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18.05.2016

„Man traut der Jugend oftmals wenig zu“

Die neuen Vorsitzenden der KJ über ihre Ziele, Hoffnungen und Kirchenträume.

Für mich ist das Ehrenamt unabdingbar und wesentlich für eine lebendige katholische Kirche. Deshalb ist es wichtig, dass junge, ehrenamtlich engagierte Menschen in der Kirche gehört und wahrgenommen werden“, sagt Judith Faber, eine der beiden neuen Vorsitzenden der Katholischen Jugend (KJ) der Erzdiözese Wien.

 

Sie möchte „ein Sprachrohr für viele Jugendliche und junge Erwachsene sein und in ihrem Sinne mitbestimmen, mitreden und mitdenken“.  

Wird die Jugend gehört?

In „zu wenigen Gremien“ werde „bis jetzt auf Stimmen junger Erwachsener oder Jugendlicher gehört, man traut ihnen oftmals zu wenig zu“.

 

Außerdem findet die 22-jährige Studentin (Lehramt Deutsch und Geschichte)  aus Pillichsdorf „es schade, wenn es heißt, dass zu wenig Jugendliche und junge Erwachsene in die Kirche gehen“. Faber: „Könnte es nicht daran liegen, dass man nicht genug auf sie zugeht oder ihnen zu wenig Raum gibt mitzugestalten?“

 

Faber war schon bisher vielfach engagiert: Ministrantin, Jungscharleiterin, KJ im Ort, Dekanatsjugendteam Wolkersdorf, Vikariatsjugendteam Nord und eben das zweite Mal Diözesanvorsitzende. 

 

Für sie „ist das Gemeinschaftsgefühl im Christentum etwas sehr Zentrales“. Faber: „Es ist schön, mit Menschen etwas zu erleben oder zu gestalten. Außerdem fühlt es sich gut an, geborgen und willkommen zu sein.

 

Für mich hat der christliche Glauben sehr viel mit den Menschen um mich herum zu tun, gerade sie machen das Christsein für mich so lebenswert.“

Jugend ist die Zukunft

Stefan Igaz aus der Pfarre Wohnpark Alt-Erlaa (Wien-Liesing) ist gern KJ-Vorsitzender, „weil man sich aktiv in Entscheidungsprozesse einbringen und mitbestimmen kann und weil sich immer wieder neue Herausforderungen stellen, die es auch zu meistern gilt“.

 

Und „weil es unheimlich viel Spaß macht, sich für die Anliegen der Jugendlichen einzusetzen und viel an Erfahrungen sammeln kann“, zählt er auf.

 

Seiner Meinung nach hat die Jugend „nicht ganz den innerkirchlichen Stellenwert, der ihr zustünde und den sie brauchen würde“, sagt Stefan Igaz: „Man sollte vermehrt in sie investieren, sie viel stärker zu Wort kommen lassen und Gehör schenken, denn schließlich ist sie unser aller Zukunft.“

Schönheit des Glaubens

„Der christliche Glaube hat einfach so unheimlich viel zu bieten und ist sehr vielfältig und facettenreich“, sagt er: „Man kann sehr viel Kraft daraus schöpfen und in einer so rasanten und schnelllebigen Zeit, in welcher wir leben, durch den Glauben auch zu Ruhe kommen.“ Vor allem aber habe man die Gewissheit, dass man nie allein und Er immer für einen da ist“.

 

Auch der 23-jährige Student der Betriebswirtschaftslehre an der WU ist seit dem Kindesalter in seiner Heimatpfarre aktiv, u. a. als Ministrant, bei der  Jungschar oder in der Firmvorbereitung.