Die Worte des heutigen Evangeliums sind jenem langen Gebet entnommen, das gewissermaßen das Vermächtnis Jesu an seine Jünger enthält (Joh 17).
Er lässt sie teilnehmen am Geheimnis seines Lebens, sagt ihnen, wer er ist: der vom Vater Gesandte, der zu ihm heimkehrt, und wozu er gekommen ist: den Namen des Vaters zu offenbaren.
Als der Sohn kann er seine Kenntnis vom Vater weiter-geben, die ein tiefes Vertraut-Sein in gegenseitiger Liebe einschließt. Wer den Vater durch den Sohn kennt, wird in diese Beziehung hinein-genommen, nimmt daran teil.
Und das gilt nicht nur für diejenigen, welche die Worte Jesu hörten und ihm direkt begegnet sind.
Zwar liegt zwischen uns und den Aposteln eine lange Zeit, aber nach dem Willen Jesu besteht zwischen allen, die an ihn glauben, Einheit – auch wenn deren Glaube durch andere vermittelt ist (Joh 17,20).
Denn diese Gemeinschaft gründet nicht einfach in einer geteilten Überzeugung, sondern in der personalen Gemeinschaft mit Christus selbst.
Die Aufgabe der Kirche ist es, in der Verkündigung dafür Sorge zu tragen, dass alle Menschen aller Zeiten zu dieser Botschaft Zugang haben können – unverkürzt und unverstellt durch persönliche Vorlieben oder Zeit-Moden.
Mit „Herrlichkeit“ (gr. „doxa“, lat. „claritas“) umschreibt die Hl. Schrift vor allem zwei Eigenschaften Gottes, bzw. seiner Offenbarung:
Es zeigt sich seine machtvolle, ehrfurchtgebietende Heiligkeit und seine leuchtende Schönheit.
Die Herrlichkeit Gottes ist das Aufstrahlen seiner unbesiegbaren Wahrheit und Liebe, an der alle Anteil erhalten, die zu Gott gehören (v.22).
Wer an Christus glaubt, der sieht bereits ein wenig von der jetzt schon aufblitzenden Herrlichkeit, auch wenn ihre volle Schau erst verheißen ist (v.24).