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Der Sonntag
04.05.2016

Religion im „Vorraum“

Ist der Religionsunterricht mitschuldig an den leeren Kirchen? von Mag. Andrea Pinz

Schon 1964 stellte Romano Guardini die Frage nach der Liturgiefähigkeit des modernen Menschen.

 

Ich glaube, er ist es dann, wenn er an einen persönlichen Gott glaubt und so die Fähigkeit besitzt, sich unter sein Wort zu stellen.

 


Für immer weniger Schülerinnen und Schülern stellt die Liturgie die Quelle dar, „aus der all ihre Kraft strömt“ (2. Vatikanum).

 

  • Der Religionsunterricht vermittelt reflektierte Identität, die aus der Begegnung mit Kirche kommt. In ihm werden junge Menschen ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und ihr Leben danach zu gestalten.

 

  • Er wendet sich an Fragende, Suchende, Zweifelnde, an „Zachäus-Menschen“ und berücksichtigt das unterschiedliche Ausmaß kirchlicher Sozialisation und religiöser Erfahrung.


Die Alte Kirche kannte die „praebaptismale“ Phase. Der Weg zu den Sakramenten war anspruchsvoll, man blieb aber nicht nur im „Vorraum“.

 

Der gegenwärtige Religionsunterricht bewegt sich meist im „Vorraum“ und weiß doch um den Moment, in dem es an der Zeit ist, von den Mysterien unseres Glaubens zu sprechen.