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02.05.2016

Papst: Militär soll Frieden und Menschenrechten dienen

Tagung der Militärordinariate im Vatikan. Österreichische Delegation unter Bischof Freistetter.

Papst Franziskus hat an die friedenssichernde Aufgabe des Militärs erinnert. "Die Durchsetzung und Wahrung der Menschenrechte sowie die Sicherung der Freiheit für alle muss immer im Vordergrund stehen", betonte Franziskus bei einer Tagung der Militärordinariate am Wochenende im Vatikan. Unter dem Motto "Seine Tür steht immer offen" trafen sich Vertreter von Militärordinariate aus der ganzen Welt, darunter auch eine von Militärbischof Werner Freistetter angeführte Delegation aus Österreich. Höhepunkt war eine Audienz bei Papst Franziskus am Samstag.

 

Militärordinariate sind "Handwerker Gottes"

Die Militärordinariate bezeichnete Franziskus als "Handwerker Gottes". Die Versöhnung sei dabei ein wichtiger Schritt hin zum Frieden unter den Völkern. "Die Militärordinariate haben die Aufgabe, den Frieden zu bewahren und für Sicherheit zu sorgen", sie dürften niemals ihre Aufgabe als Friedensstifter vergessen, zitiert die Pressestelle des österreichischen Militärordinariats den Papst in einer Aussendung am Montag, 2. Mai 2016.

Anlass für die Tagung war das 30-Jahr-Jubiläum des zu den Aufgaben der Militärordinariate vom Papst herausgegebenen Erlasses "Spirituali Militum Curae: Für die Ordnung der katholischen Militärseelsorge und der katholischen Militärordinariate bzw. Militärdiözesen". Für Freistetter ist das Jubiläum eine Bestätigung der Arbeit der Militärordinariate. "Die Begegnung und die Ermutigungen von Papst Franziskus zeigen, dass Militärseelsorge in der heutigen Zeit von besonderer Wichtigkeit ist." Darüber hinaus sei das Treffen eine gute Möglichkeit für die Militärordinariate gewesen, einander besser kennenzulernen und sich weiter zu vernetzen, so Freistetter.

 

Zivilisten und Kämpfer sind Opfer des Krieges

Bei der Tagung sprachen u.a. der Sekretär für die Beziehungen mit den Staaten im Vatikanischen Staatssekretariat, Erzbischof Paul Richard Gallagher, Kardinalpräfekt Marc Ouellet von der Bischofskongregation, der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Fernando Filoni, sowie Erzbischof Rino Fisichella, Präsident des Päpstlichen Rates für die Förderung der Neuevangelisierung.

Im Krieg werden nicht nur Zivilisten zu Opfern, sondern auch die Kämpfenden selbst, betonte der vatikanische "Außenminister" Gallagher laut "Radio Vatikan". "Sie werden im Rahmen ihres Auftrags zu Zeugen oder - schlimmer noch - zu Tätern von grausamen Verbrechen." Auch viele Soldaten und Sicherheitskräfte trügen "tiefe innere Verletzungen" mit sich herum und bräuchten spirituellen Beistand.

Gallagher wies darauf hin, dass der Heilige Stuhl seit dem Jahr 2000 Militärseelsorgern Kurse in humanitärem Völkerrecht anbietet. Der Vatikan fühle sich dem Ziel verpflichtet, dass auch in bewaffneten Konflikten "die menschliche Würde geschützt" werde.

Kardinal Marc Ouellet sprach in seinem Redebeitrag von spezifisch soldatischen Werten, darunter Verzicht, Dienst am Vaterland, Ehre, Brüderlichkeit und Disziplin. Militärseelsorger müssten dazu bereit und ausgebildet sein, Soldaten auf die immer häufigeren Einsätze im Ausland, etwa auf UNO-Friedensmissionen, zu begleiten. Auf solchen Missionen könne es dazu kommen, dass ein Soldat "den höchsten Gipfel des christlichen Lebens" erreiche, nämlich "sein Leben hinzugeben für seine Freunde".

 

Papsterlass 1986 ermöglichte Militärbischöfe

Bis zur Inkraftsetzung der apostolischen Konstitution "Spirituali Militum Curae" durch Papst Johannes Paul II. am 21. April 1986 lagen die vollen bischöflichen Rechte für die Militärseelsorge beim Papst. Der für die Militärseelsorge verantwortliche Bischof war als päpstlicher Vikar für diesen Bereich tätig. Mit der Neuregelung konnten nun Militärbischöfe ernannt werden, die in ihren Rechten einem Diözesanbischof gleichgestellt sind.

Die von den Konzilsvätern des Zweiten Vatikanischen Konzils beschlossenen Dokumente "Christus Dominus", "Lumen Gentium" und "Gaudium et spes" bildeten die Grundlage für diese Konstitution. Das Konzil hatte den Willen geäußert, dass ein Militärvikariat eingerichtet werden solle, denn die Seelsorge an Soldaten sei ein wichtiger Dienst der Kirche. Deshalb sollten mit dieser Konstitution und in Einvernehmen mit den Ortsbischöfen die Militärsekretariate eingerichtet und eine rechtliche Neuregelung des Militärseelsorgerechtes geschaffen werden.