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02.05.2016

"Verkündschafter"-Kongress: Pfarren gehen medial in die Offensive

Pfarrblätter sind weiterhin das reichweitenstärkste katholische Medium in Österreich.

Totgesagte leben länger: Mit diesem Stehsatz ließe sich die Tatsache auf den Punkt bringen, dass die Pfarrblätter - also Druckprodukte der katholischen Pfarren - allen Unkenrufen und allen digitalen Stürmen zum Trotz weiterhin das reichweitenstärkste katholische Medium in Österreich sind. Sie werden lokal von meist ehrenamtlichen Redaktionsteams erstellt und bieten Service wie etwa aktuelle Nachrichten aus den Pfarren, Gottesdiensttermine und Veranstaltungshinweise aus der Region. "Die Stärken der Pfarrblätter sind der pfarrgemeindliche Lokalbezug verbunden mit inhaltlich-spirituellem Tiefgang und journalistischem Handwerkszeug", erklärt dazu die Referentin für pfarrliche Öffentlichkeitsarbeit in der Diözese Linz, Beate Schlager-Stemmer.

 

Pfarrblätter werden gelesen

Laut Erhebungen deutscher Institute gaben 31 Prozent der Befragten an, das Pfarrblatt "häufig" und weitere 33 Prozent "ab und zu" zu nutzen. Damit würden sich die Pfarrblätter als "reichweitestarke Medien im Nahbereich" bewähren, konstatierte dazu bereits 2011 der Freiburger Religionssoziologe Michael Ebertz. Die Ergebnisse der Erhebungen seien durchaus auf Österreich übertragbar, so Schlager-Stemmer in ihrem Beitrag auf der neuen Website http://medien.katholisch.at. So habe im gleichen Jahr (2011) eine repräsentative Befragung in Oberösterreich ergeben, dass sich 58 Prozent mithilfe des Pfarrblatts über Glaubensfragen und die Katholische Kirche informierten.


Die Art der Gestaltung der Pfarrblätter sowie ihre Dichte variiert gewiss unter den rund 3.000 österreichischen Pfarren. So ergab etwa eine Erhebung der Diözese Linz 2014, dass alle 487 oberösterreichischen Pfarren ein Pfarrblatt besaßen. In Wien ergab eine Online-Befragung aus dem Jahr 2013, dass 85 Prozent der Pfarren über ein eigenes Pfarrblatt verfügten, 74 Prozent ein Woche- bzw. Terminblatt produzierten und 79 Prozent eine eigene Website betrieben. 27 Prozent der Wiener Pfarren gaben außerdem an, in sozialen Netzwerken aktiv zu sein. Die durchschnittliche Auflagenstärke lag in Wien bei rund 2.000 Exemplaren pro Pfarrblatt. Die Pfarrwebsites verzeichneten laut Erhebung rund 714.000 Zugriffe pro Monat.

Insgesamt habe sich die Vielfalt der Pfarrblätter in den vergangenen Jahren deutlich erhöht, so Schlager-Stemmer. Die Blätter seien "farbiger, umfangreicher, vielfältiger" geworden und nutzten mehr journalistische Formen als noch vor rund 10 Jahren.

 

"Verkündschafter"-Kongress im Oktober

Im Oktober werden nun erstmals in einem österreichweiten Kongress die Verantwortlichen für die pfarrliche Öffentlichkeitsarbeit zusammenkommen und sich über Trends und Entwicklungen austauschen und sich in verschiedenen Workshops schulen lassen. Der "Verkündschafter-Kongress" findet vom 7. bis 8. Oktober 2016 in Linz statt. Zielgruppe sind all jene, die in den Pfarren Öffentlichkeitsarbeit betreiben.

Ziel des Kongresses ist neben der Vernetzung und Schulung der Teilnehmer auch die Motivation der Ehrenamtlichen, ihr Engagement als wichtigen Beitrag zur kirchlichen Verkündigung zu verstehen: "Sie alle sind Verkündschafter. Sie begleiten die Sternsinger, Sie beteiligen sich an der Caritas-Haussammlung und Sie besuchen Kranke in Ihrer Pfarre. Und dann gestalten Sie auch das Pfarrblatt: als ChefredakteurIn, als FotografIn, als GrafikerIn, und als Fixpunkt, bei dem alle Fäden zusammenlaufen oder Sie sind Webmaster", heißt es dazu auf der neuen Kongress-Website www.verkuendschafter.at.