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28.04.2016

„Ein bisserl fromm waren wir auch“

Zwölf Ordensfrauen erzählen ein spannendes Kapitel Zeitgeschichte.

Für Ordensfrauen sind Zeiten der Veränderung angebrochen. „Wir stehen an einer Schwelle, das Ordensleben wird sich in Österreich drastisch ändern“, meint Theologin Monika Slouk. „Drei Viertel aller Ordensfrauen sind über 65 Jahre alt, nur vier Prozent sind jünger als 40.“


Der bevorstehende Umbruch war für Monika Slouk Antrieb, ein Erzählprojekt zu initiieren: „Wir lassen uns erzählen, wie heute Ordensleben in Österreich aussieht, weil es in zwanzig Jahren anders sein wird.“

 

  • Aus dem Projekt ist ein Buch mit den Lebensgeschichten von zwölf Frauen aus verschiedenen Orden entstanden.

 

Sie beschreiben, wie sie aufgewachsen sind, was in ihrer Kindheit und Jugend wichtig war und wie ihre Eltern reagierten, als sie sich entschlossen, in einen Orden einzutreten.

 

„Das war überraschenderweise meistens ein Schock für die Eltern“, berichtet Autorin Monika Slouk, „fast keine Mutter und kein Vater haben sich gefreut, dass ihre Tochter in einen Orden eintreten möchte, selbst wenn sie katholisch waren.“

Jeden Blödsinn mitgemacht

Das Noviziat war für die eine oder andere Ordensfrau eine sehr heitere und ausgelassene Zeit.

 

„Wir haben jeden Blödsinn gemacht“, sagt etwa die Don-Bosco-Schwester Johanna Montag und erinnert sich an abenteuerliche Rutschpartien im Schnee, die schon mal mit Beinbrüchen endeten.

 

Von ihr stammt auch das Zitat, das dem Buch seinen Titel gab:  „Ein bisserl fromm waren wir auch“.


Alt und jung kommen zu Wort

Sr. Johanna Montag ist mit 81 Jahren die älteste Ordensfrau, die im Buch vorkommt, die jüngste zählt 36 Jahre. „Es war uns wichtig, dass Frauen jeden Alters zu Wort kommen“, erklärt Monika Slouk.

 

„Wir haben aber auch geschaut, dass es ungefähr die Altersstruktur der Ordensfrauen in Österreich abbildet, dementsprechend kommen mehr ältere zu Wort.“

Ordensfrauen feiern Jubiläum

Präsentiert wird das Buch „Ein bisserl fromm waren wir auch“ beim 50-Jahr-Jubiläum der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, das von 28. bis 30. April in Innsbruck gefeiert wird. Die Ordensfrauen werden sich in diesen Tagen vor allem mit Erneuerung und Aufbruch beschäftigen.


„Ich bin ganz fest davon überzeugt, dass das Ordensleben nicht aussterben wird“, so Autorin und Theologin Monika Slouk, „aber es wird sich stark ändern.“