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27.04.2016

Neun Monate – für ein ganzes Leben

Eine neue Broschüre der aktion leben zeigt, was sich alles im Mutterleib tut.

Schmecken, tasten, hören – das alles kann ein Baby bereits in der Schwangerschaft. Dazu kommen Informationen, die über den Blutkreislauf der Mutter und die Plazenta direkt zum Baby transportiert werden.

 

 

„Die Schwangerschaft ist Teil der Biografie jedes einzelnen Menschen“, sagt Christine Loidl, Psychologin und Schwangerenberaterin bei der aktion leben österreich. Seit fast 60 Jahren setzt sich die Organisation für den umfassenden Schutz menschlichen Lebens ein – von der Empfängnis bis zum Tod.

Der Mutterleib: Das erste Zuhause

Die Schwangerschaft als ganz besondere, intensive und sensible Lebensphase liegt der aktion leben besonders am Herzen.

 

Vor kurzem hat sie deshalb eine Broschüre mit dem Titel „Neun Monate für ein ganzes Leben“ herausgegeben, die eindrücklich beschreibt, was in jedem der neun Schwangerschaftsmonate im Mutterleib und während der Geburt passiert, wie Mütter ihrem Kind schon im Mutterleib helfen können, sich bestmöglich zu entwickeln und vor allem auch, warum es für das Kind nicht egal ist, ob Mütter das tun, oder nicht.


„Im Grunde geht es dabei oft auch gar nicht so sehr darum etwas zu ,tun‘“, sagt Christine Loidl: „Es geht um eine innere Haltung, die man einnehmen kann.

 

Der Mutterleib ist die erste Lebenswelt eines Menschen und der Embryo macht hier seine ersten Erfahrungen.

 

Wird ein Kind schon vor der Geburt mit seinen individuellen Bedürfnissen und als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen, so ist das die Basis für einen vertrauensvollen Umgang mit den Herausforderungen des Lebens.“

 

Das passiert vor allem im Mutterleib nicht nur intellektuell, sondern auch körperlich und emotional.


Was das konkret bedeutet?

Alles, was das Kind im Mutterleib an Informationen aufnimmt, an Botenstoffen geschickt bekommt, an Emotionen miterlebt, wirkt sich auf sein Dasein aus.

 

Das gilt für gute Erfahrungen, aber eben auch für negative. „Das Stresshormon Kortisol etwa, das ausgeschüttet wird, wenn die Schwangeren existenziellen Sorgen, schweren Ängsten und Nöten, großer Trauer oder Verzweiflung ausgesetzt sind, wirkt direkt auf die Entwicklung des kindlichen Immunsystems“, sagt Christine Loidl.

 

Die Gesundheit des Baby, des späteren Kindes und Erwachsenen sei eben nicht nur genetisch vorprogrammiert, sondern werde auch vom Verlauf der Schwangerschaft beeinflusst.

 

Schwangerschaft geht alle an

„Angesichts der wissenschaftlichen Erkenntnisse darf es uns nicht egal sein, wie Frauen ihre Schwangerschaft erleben“, sagt Martina Kronthaler, Generalsekretärin der akion leben österreich: „Im Gegenteil: Wir sollten sogar als Gesellschaft alles daran setzen, werdende Mütter und auch werdende Väter bestmöglich zu unterstützen, damit sie diese sensible Phase entspannt und glücklich erleben können.“

 

Mütter und Väter sollen sich auf ihr Kind freuen können: „Kinder sind ein Geschenk für uns alle – sie machen uns fürsorglicher, liebevoller, achtsamer mit unseren Ressourcen“, ist Kronthaler überzeugt.

 

Die Politik sei gefordert, endlich die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit entspannte und glückliche Elternschaft möglich ist.

 

„Prinzipiell kann man davon ausgehen, dass das Wohlbefinden der Mutter einen positiven Einfluss auf das Baby hat“, sagt Christine Loidl: „Dazu gehört ausgewogene Ernährung genauso wie ein sicherer Platz zum Wohnen, stabile soziale Beziehungen oder echte Wahlfreiheit, was die Gestaltung der Karenzzeiten und der Kinderbetreuung betrifft.“

 

„Wenn die Rahmenbedingungen passen, können Frauen das Schwanger-Sein genießen und ihre Partner sich mitfreuen und Halt geben“, ergänzt Martina Kronthaler: „Wenn sich Kinder als willkommen erfahren, kommt das den Müttern und Vätern, aber auch der gesamten Gesellschaft zugute.“