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Der Sonntag
27.04.2016

Präsidenten und Flüchtlinge

Der Papst in der Flüchtlingsfrage: "Simple Antworten bringen ein Land nicht voran". von Gudrun Sailer

Päpste haben politische Vorlieben, sie äußern sie meist aber nicht.

 

Nur ein Gegenbeispiel ist belegbar: Den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump hat Papst Franziskus ziemlich abgekanzelt. „Dieser Mensch ist nicht christlich“, wenn er beabsichtige, eine Anti-Migranten-Mauer  entlang der Grenze nach Mexiko zu bauen, urteilte der Papst.

 

Ob man Trump wählen solle oder nicht, da mische er sich nicht ein, ergänzte er, doch da war sie schon heraus, die astreine päpstliche Wahlempfehlung gegen den Mann mit den simplen Antworten.

 


Einst felix Austria ist nicht wichtig genug, um in Rom solche Aufmerksamkeit zu generieren.

 

Dennoch wird man hier unsere Präsidentschafts-Stichwahl in drei Wochen mit Interesse beobachten.

  • Wieder ein reiches EU-Land, das sich mit den Ärmsten anlegt?

Am Freitag erhält Franziskus in Rom den Aachener Karlspreis für seine Verdienste um Europa. Gelegenheit, dem alten Kontinent neue Botschaften zu übermitteln.

 

Dabei hat der Papst in der Flüchtlingsfrage schon alles gesagt: Europa hat eine doppelte moralische Pflicht.

 

  • Es muss die Rechte der eigenen Bürger schützen und die Aufnahme von Migranten garantieren. Beides, nicht nur eines.

 

Fürwahr: Auf wessen Seite bei Österreichs Stichwahl Franziskus nicht stünde, braucht keine Erörterung. Simple Antworten bringen ein Land nicht voran.