Päpste haben politische Vorlieben, sie äußern sie meist aber nicht.
Nur ein Gegenbeispiel ist belegbar: Den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump hat Papst Franziskus ziemlich abgekanzelt. „Dieser Mensch ist nicht christlich“, wenn er beabsichtige, eine Anti-Migranten-Mauer entlang der Grenze nach Mexiko zu bauen, urteilte der Papst.
Ob man Trump wählen solle oder nicht, da mische er sich nicht ein, ergänzte er, doch da war sie schon heraus, die astreine päpstliche Wahlempfehlung gegen den Mann mit den simplen Antworten.
Einst felix Austria ist nicht wichtig genug, um in Rom solche Aufmerksamkeit zu generieren.
Dennoch wird man hier unsere Präsidentschafts-Stichwahl in drei Wochen mit Interesse beobachten.
Am Freitag erhält Franziskus in Rom den Aachener Karlspreis für seine Verdienste um Europa. Gelegenheit, dem alten Kontinent neue Botschaften zu übermitteln.
Dabei hat der Papst in der Flüchtlingsfrage schon alles gesagt: Europa hat eine doppelte moralische Pflicht.
Fürwahr: Auf wessen Seite bei Österreichs Stichwahl Franziskus nicht stünde, braucht keine Erörterung. Simple Antworten bringen ein Land nicht voran.