Auf die Bedeutung des arbeitsfreien Sonntags für die Zivilgesellschaft hat der neue Sprecher der "Allianz für den freien Sonntag", der Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz, am Montag, 25. April 2016 verwiesen. Mit Blick auf den 1. Mai, den Tag der Arbeit, der dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, meinte Schwarz, die gesellschaftliche Bedeutung des Sonntags liege in der gemeinsamen Unterbrechung der Arbeit, die im Bewusstsein gründe, "dass der Mensch nicht nur für die Arbeit da ist, sondern auch Gemeinschaft, Feste, Kultur und Anbetung wesentlich sind". Der freie Sonntag gebe dem modernen Wirtschaften und Arbeiten den Rhythmus, "den wir dringend benötigen".
Der arbeitsfreie Sonntag schaffe eine "synchronisierte Zeitstruktur, die es den Menschen ermöglicht, gemeinschaftlich zu handeln, und stärkt dadurch die sozialen Beziehungen, die unerlässlich für ein gutes Zusammenleben sind", so Schwarz. So entstehe Platz für Begegnung und Kommunikation mit der eigenen Familie, dem Freundes- und Verwandtenkreis, mit der Natur und für Christen auch für die Kommunikation mit Gott. Für Christen gehöre der Sonntag als Tag der Auferstehung Jesu und die damit verbundene Pflege einer Sonntagskultur zum zentralen Glaubensbereich. Die breit aufgestellte Sonntagsallianz sei "ein wichtiger Schritt, um diesen gemeinsamen freien Tag als Geschenk des Christentums an Europa und an die Welt zu festigen".
Am 1. Mai würden heuer zwei besondere Feiertage gefeiert werden: "Der 1. Mai als 'Tag der Arbeit', gleichsam als Feiertag für das Engagement vieler Arbeiter für gerechten Lohn und menschenwürdige Arbeit, und der 'Tag des Herrn', der in der jüdisch-christlichen Tradition Zeichen der Verbundenheit mit dem Glauben an den einen Gott und (christlich) die Feier der Auferstehung Christi ist", so Schwarz. Das Gemeinsame sei ihr Leitbild für ein gutes Leben für alle Menschen.
Aus gewerkschaftlicher Sicher geht es beim freien Sonntag auch um angemessene Arbeitszeiten. Der freie Sonntag sei dabei historisch eine zentrale Forderung, und er werde dies auch immer bleiben, so Franz Georg Brantner, Vertreter des Österreichischen Gewerkschaftsbundes in der Allianz.