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Der Sonntag
21.04.2016

Gelebte Barmherzigkeit: Eine junge Allrounderin in der Gruft

Laura Anna Lobensommer hilft in der Obdachloseneinrichtung Gruft mit.

 

Es hat viel mit der Erziehung meiner Eltern zu tun, dass ich mich sozial engagiere“, schildert die 22-jährige Laura Anna Lobensommer.

 

Bei einer dreiwöchigen Indienreise wurde ihr klar, „was es heißt, in einem reichen Land wie Österreich zu leben“. 

 

Sie beginnt  in Ried im Innkreis eine Lehre zur Druckvorstufentechnikerin. Im Urlaub reist sie auf Selbstversorgerhöfe in Österreich, Italien und Griechenland.

 

Anna  geht nach Wien. Zusätzlich zur Lehre macht sie  Matura. Sie arbeitet als Kellnerin im Café Augustin, einem Studentenbeisl in Rudolfsheim-Fünfhaus.

 

Als sie im heurigen Jänner bei der Obdachlosenreinrichtung Gruft der Caritas in Wien-Mariahilf vorbeikommt, schaut sie rein: „Ich habe gefragt, ob sie Hilfe brauchen.“ Anna hinterlässt ihre Telefonnummer.

 

Gruftleiterin Hartweger lädt sie zum Gespräch. „Wir haben ausgemacht, wir schauen uns an, wie es mir mit den Mitarbeitern und Klienten geht, das hat gepasst.“

 

Anna kommt zweimal wöchentlich für fünf Stunden in die Gruft. Sie hilft  in der Kleiderkammer. Es geht um das Annehmen und Sortieren von gespendeten Textilien.

 

Zusätzlich begleitet sie obdachlose Frauen und Männer auf Ämter: „Sie brauchen eine Identitätszeugin um einen Personalausweis zu erhalten.“

 

Anna sieht sich als „Allrounderin für das Haus, ich möchte immer mein Bestes geben“.

 

Natürlich kommt sie mit den Klienten ins Gespräch: „Wichtig ist zuhören und Verständnis zeigen, man darf es sich aber nicht zu sehr zu Herzen nehmen“, hat sie für sich ein gutes Sensorium entwickelt, „Gruftgeschichten“ nicht nach Hause mitzunehmen.