Vor einer drohenden Hungerkatastrophe im Süden der philippinischen Insel Mindanao warnt die hier beheimatete "Don-Bosco-Foundation": Nach der bereits zweiten dem Klimawandel geschuldeten Dürre seit 2014 sind von den 35.000 Hektar an Reisfeldern in der Region 28.000 Hektar zerstört und 93 Prozent der Banenstauden seien der Hitze bereits zum Opfer gefallen, während Quellen und Brunnen versiegen, hat die Katholische Frauenbewegung Österreich (kfbö) am Donnerstag, 21. April 2016 aus dem Hilferuf ihrer Partnerorganisation berichtet. Eine Spendenaktion zur sofortigen Unterstützung der betroffenen Bevölkerung der Provinz Nord Cotabato mit Lebensmitteln wurde gestartet.
Anfang April habe es Temperaturen bis zu 51 Grad Celsius gehabt - gegenüber maximal 39 Grad im vergleichbaren Zeitraum während der vergangenen Jahre, berichtet Helenita Ruizo-Gamela, Geschäftsführerin der "Don Bosco-Foundation". Trainings und Kurse könnten in dem in der Provinz Cotabato gelegenen Kompetenzzentrum für biologische und biodynamische Landwirtschaft nicht mehr weitergeführt werden, da die Menschen hungerten, zu Hause blieben oder Arbeit suchen würden, um ein wenig Geld für Lebensmittel zu verdienen.
Die Regierung habe bislang nur unzureichende Hilfsmaßnahmen ergriffen, Protestkundgebungen von Bauernorganisationen seien zum Teil gewaltsam aufgelöst worden. Zu befürchten sei laut Ruizo-Gamela, dass vor diesem Hintergrund jahrzehntelange politische Konflikte erneut aufleben.
Nicht nur der Reisanbau leide, sondern auch robustere Pflanzen wie Kokospalmen, Mangobäume, Kaffee oder Kautschuk würden der Hitze immer weniger standhalten. Beinahe die gesamte Bananenernte fiel laut Angaben der Expertin den hohen Temperaturen bereits zum Opfer, hinzu komme ein verstärktes Auftreten von Schädlingen. Das Ergebnis: "In Gemeinden, die über kein Bewässerungssystem verfügen, wurde vor zehn Monaten das letzte Mal geerntet." Viele Bauern hätten bereits ihre Dörfer verlassen, da es kein Wasser gibt, zusätzlich stellen Brände in den sonst als Wasserspeichern dienenden Bergwäldern eine Bedrohung dar.
In Mindanao stelle man sich bereits auf künftig nur noch eine Ernte pro Jahr ein, berichtete die kfbö-Projektpartnerin: "Dies wird zur Norm auf den Philippinen werden - so wie in Europa, aber aus völlig anderen Gründen: Dürre und Hitze anstelle eines kalten Winters wie in Ländern der gemäßigten Klimazone". Wie sich zu rüsten sei, um den anhaltenden Folgen des Klimawandels zu begegnen, sei künftig auch für "Don Bosco" eine Frage und Aufgabe. Derzeit aber sei klar, dass Hilfe nur eine sofortige Versorgung mit Nahrungsmitteln bedeuten könne.
Angesichts der sich abzeichnenden Hungersnöten fordert die Katholische Frauenbewegung von der Politik ein rasches Entgegentreten mit ausreichenden Mitteln, um die Existenz der betroffenen Menschen zu sichern und langfristig für den Aufbau von Leben erhaltenden Strukturen an den jeweiligen Orten zu sorgen: Der "Systemwechsel zu mehr Hilfe vor Ort" müsse nun endlich wirklich geschehen und mehr Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung gestellt werden, etwa um internationale Programme wie das "World Food Programme" (WFP) der Vereinten Nationen entsprechend finanziell ausgestattet werden.
Geschehe dies nicht, werde ähnliches wie bei den Flüchtlingen in den Lagern von Syriens Nachbarländern geschehen: Viele von diesen hatten sich 2015 deshalb auf dem Weg nach Europa gemacht, da zuvor die WFP-Zuwendungen mangels Ressourcen stark gekürzt worden waren.
Spendenkonto der Aktion Familienfasttag der kfbö für Mindanao: IBAN AT86 6000 0000 0125 0000, Kennwort "Soforthilfe Mindanao"