Der Wiener griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) hat am Freitag, 15. April 2016, in Radio Vatikan die Papstreise nach Lesbos als "Freude für uns alle" bezeichnet. Anders als viele Beobachter sei er von der Ankündigung der Reise nicht überrascht. "Ich hatte es erwartet, und ich hatte auch dafür gebetet, dass Papst Franziskus und Patriarch Bartholomaios etwas Gemeinsames unternehmen würden." Er habe auf "einen gemeinsamen Akt" gehofft, "der wirken würde, um die Menschen zu sensibilisieren und auf das Problem aufmerksam zu machen".
"Ich denke, das Problem ist nicht nur ein Problem für Italien oder für Griechenland. Alle Menschen müssen verstehen, dass wir nur gemeinsam eine Lösung finden können. Christus verlangt von uns auch, dass wir gemeinsam wirken, dass wir den Anderen lieben", sagte der Metropolit, der Patriarch Bartholomaios in einer Woche am orthodoxen Palmsonntag in Wien empfangen wird.
Der Metropolit äußerte die Hoffnung, dass die Reise der griechisch-orthodoxen Kirchenführer zusammen mit dem Papst kein Strohfeuer bleibt. "Ich hoffe, dass diese gemeinsame Aktion nicht nur zur Sensibilisierung der Politik und der Menschen in Europa oder auf der Welt etwas Positives beiträgt, sondern auch für die Ökumene neue Horizonte öffnet."
Was offensichtlich sei, seien "die große Sympathie, die Brüderlichkeit und das Vertrauen", die zwischen Franziskus und Bartholomaios bestünden. "Auf dieser Basis können wir auch etwas erwarten." Unter diesen Umständen könne "der Heilige Geist in der Christenheit wirken".
Die erste Botschaft des Ereignisses von Lesbos werde allerdings lauten: "Man muss nicht Grenzen schließen, sondern Herzen öffnen", so Arsenios. Dennoch liege ihm auch am Herzen, dass "diese Menschen, wenn sie zu uns kommen, auch Christus kennenlernen werden. Ich würde mir wünschen, dass alle diese Menschen auch von Christus hören und von seiner Liebe etwas spüren."