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15.04.2016

"Aktion Leben" gegen Wiener SPÖ: "Bewusste Falschmeldungen"

Generalsekretärin Kronthaler: "Fakten helfen" legt weder Hürden noch dringt sie stark ins Privatleben ein. Behauptungen der Partei "Gegenteil von Frauensolidarität".

Als "absurd" hat die Aktion Leben Behauptungen der SPÖ-Wien über die Bürgerinitiative zur Einführung einer Abtreibungsstatistik ("Fakten helfen!") zurückgewiesen. Weder würde eine Umsetzung der Forderungen abtreibungswilligen Frauen Hürden in den Weg legen, noch stark in ihr Privatleben eindringen, stellte der Verein klar. Wenn die Wiener SPÖ derartiges behaupte, so urteile sie unsachlich und "ohne jegliche Faktenkenntnis", kritisierte "Aktion Leben"-Generalsekretärin Martina Kronthaler in einer Aussendung vom Donnerstag, 14. April 2016.

Anlass für die Reaktion ist ein Antrag auf "steuerbasierte Finanzierung von Verhütungsmitteln", den die Bezirksorganisation Landstraße am Samstag beim Wiener SPÖ-Landesparteitag einbringen soll. Begründet wird der Antrag mit den zitierten Behauptungen über "Fakten helfen!", die laut Angaben von dessen Initiator "Aktion Leben" schon mehrfach öffentlich und auch auf der Homepage www.fakten-helfen.at widerlegt worden seien.

 

Abbruch-Statistik sei in ganz Europa üblich

Die von der Petition geforderten Abbruch-Statistiken seien in ganz Europa üblich und würden zu konstruktiven Gesprächen über Schwangerschaftsabbrüche beitragen, entgegnete Kronthaler auf die Angriffe der Partei. Zumal die Datenerhebung ohnehin im Anamnesegespräch durch den Arzt passiere, wäre nur die Weitergabe dieser Daten in anonymisierter Form an die Statistik Austria neu. "Damit wären sie für eine neutrale und seriöse Aufarbeitung zugänglich", so die Generalsekretärin. Die wissenschaftliche Motivenerforschung - zweite Forderung der Petition - würden Frauen nur auf freiwilliger Basis befragt, womit niemand belästigt würde.

 

SPÖ verweigere das Gespräch

"Teilen der Wiener SPÖ" warf Kronthaler ihrerseits eine Ausrichtung alleine nach der Ideologie vor. Bezeichnend sei, dass die Partei der "Aktion Leben" seit Jahren das Gespräch verweigere - obwohl der Verein etwa im Unterschied zu öffentlichen Einrichtungen aufgrund seiner Spendenfinanzierung auch finanzielle Hilfe in Notlagen leisten könne, und obwohl eine gute Kooperation mit vielen Mitarbeitern der Stadt Wien bestehe. Das Vorgehen der Wiener SPÖ sei hingegen "demokratiepolitisch verantwortungslos".

Wie die Generalsekretärin betonte, spreche die "Aktion Leben" immer "sehr sorgsam und differenziert" über Schwangerschaftsabbrüche und leiste eine "nachgewiesenermaßen professionelle, einfühlsame und non-direktive" Beratung. Der unabhängige Verein bekomme trotz der großen Nachfrage seines Angebots in Wien keinerlei öffentliche Förderung, hielt Kronthaler fest. Die ständig wiederkehrenden bewussten Falschaussagen würden schwangeren Frauen hingegen verunsichern und sehr schaden und seien "das Gegenteil von Frauensolidarität".