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13.04.2016
Neuausrichtung vorgesehen

Canisiuswerk zieht sich aus Wiener "Quo vadis?" zurück

Begegnungszentrum wird künftig von Ordensgemeinschaften allein weitergeführt.

Das Begegnungszentrum "Quo vadis?" in der Wiener Innenstadt wird künftig von den Ordensgemeinschaften Österreichs allein geführt. Das Canisiuswerk - bislang mit den Orden gemeinsamer Träger des Zentrums - zieht sich zum 31. Juli 2016 zurück. Das teilten Ordensgemeinschaften und Canisiuswerk in einer Aussendung am Mittwoch, 13. April mit. Als Grund für den Rückzug des Canisiuswerkes wird dessen derzeitiger interner Restrukturierungsprozess genannt, der auch mit einer Neuausrichtung der Berufungspastoral einhergeht.

 

"Mit einer adaptierten Form und dem Entgegenkommen des Vermieters sehen wir uns imstande, die Ressourcen für den weiteren Betrieb aufzubringen", betonen in der Aussendung die Präsidentin der Frauenorden, Sr. Beatrix Mayrhofer, und der Vorsitzende der Superiorenkonferenz, Abtpräses Christian Haidinger. Die bisherige Arbeit des "Quo vadis" werde weitergeführt, heißt es. Ziel sei es dabei, "barrierefrei und in einem zeitgemäßen Ambiente die Anliegen der Menschen zu hören, zu besprechen und erlebbar zu machen", so Mayrhofer und Haidinger.

 

Das Begegnungszentrum "Quo vadis" gibt es seit Februar 2012. Ziel ist es, in persönlichen Gesprächen, spirituellen Angeboten und kulturellen Akzenten u.a. über die Vielfalt von Berufen in der Kirche sowie über die Angebote der österreichischen Klöster zu informieren. Ausgebaut wurde in den letzten Jahren u.a. das Kulturprogramm, das von bildender Kunst bis hin zu Konzerten und Workshops reicht. Darüber hinaus bietet von Montag bis Donnerstag ein "Raum der Stille" die Möglichkeit, der Hektik der Stadt und der Arbeitswelt für einen Moment zu entkommen und Ruhe und Kraft zu schöpfen.

 

"Das Fundament neu bauen"

Das 1918 gegründete Canisiuswerk - zuständig für die Förderung von Berufungen und Priesterausbildung in Österreich - steht gegenwärtig in einem Neustrukturierungsprozess. Zu diesem Zweck wurde im vergangenen Herbst eine eigene, mit Bischöfen und Beratern bestückte Arbeitsgruppe eingesetzt. Im Zuge des Prozesses wurde u.a. der Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl bei der jüngsten Vollversammlung der Bischofskonferenz Anfang März zum zuständigen Referatsbischof für Berufungspastoral ernannt.

 

Im Dezember hatte Bischof Krautwaschl, der den laufenden Prozess im Canisiuswerk intensiv begleitet, im Interview mit der Zeitschrift "miteinander" die Notwendigkeit unterstrichen, sich verstärkt dem Thema der Berufungspastoral zu widmen und nach neuen Wegen zu suchen. Dabei dürfe Berufungspastoral nicht auf die Wahl kirchlicher Berufe beschränkt sein, sondern ganz basal ansetzen. Schließlich könne man heute "nichts mehr voraussetzen an religiöser, geschweige denn kirchlicher Sozialisierung". Es gebe "keine selbstverständlich christlich geprägte Kultur mehr". Man müsse kirchlicherseits daher "überhaupt erst jenes Fundament neu bauen bzw. schaffen, auf dem eine Entscheidung für eine bestimmte Berufung aufbauen kann."