Papst Franziskus will in Kürze die Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos besuchen. Das bestätigte Vatikansprecher Federico Lombardi am Mittwoch. Nähere Angaben zu Zeitpunkt und Programm stellte er für Donnerstag in Aussicht.
Nach Angaben eines Athener Regierungssprechers Griechenland wird es der 14. oder der 15. April sein. Der Papst möchte sich persönlich ein Bild von der Situation der Flüchtlinge machen, so der Sprecher.
Der Papst werde seinen Besuch gemeinsam mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. und dem orthodoxen Erzbischof Hieronymos von Athen abstatten, der griechische Ministerpräsidenten Alexis Tsipras werde die Kirchenführer begleiten, so der Sprecher weiter. Die griechische Regierung begrüße Papst Franziskus und Patriarch Bartholomaios als "Unterstützer und Freunde" im Kampf um Erleichterungen für die Flüchtlinge.
Der Heilige Synod der orthodoxen Kirche von Griechenland betonte in einer Erklärung, die orthodoxe Kirche würde es sehr begrüßen, wenn der Papst Lesbos besucht, jene Insel in der Ägäis, auf der in den letzten Monaten zehntausende Flüchtlinge gelandet sind. Papst Franziskus habe den Wunsch nach dem Besuch auf einer der Ägäis-Inseln geäußert, um die Aufmerksamkeit auf die Konflikte im mediterranen Raum zu lenken. Dabei gehe um die sofortige Einstellung aller Kampfhandlungen, die sich so negativ auf die christlichen Gemeinschaften auswirken, aber auch um das humanitäre Problem der "verzweifelten Flüchtlinge", "die in Europa eine bessere Zukunft suchen". Zugleich wurde in der Erklärung des Heiligen Synods unterstrichen, dass der Besuch des Papstes nur wenige Stunden dauern werde, der Besuch sei "ausschließlich humanitärer und symbolischer Natur".
Der gemeinsame Besuch von Papst, Patriarch und Athener Erzbischof auf Lesbos werde ein starkes Signal an die internationale Gemeinschaft sein, um einerseits die Situation der Flüchtlinge zu verbessern und andererseits entsprechende Initiativen zum Schutz der so grausam leidenden Christen des Nahen Ostens zu setzen, wird in der Erklärung des Heiligen Synods festgestellt.
Das Ökumenische Patriarchat hatte in Konstantinopel bereits am Dienstagnachmittag die gemeinsame Reise von Papst Franziskus, Patriarch Bartholomaios I. und Erzbischof Hieronymos nach Lesbos bestätigt. In der Mitteilung aus dem Phanar hieß es: "Diese Geste der religiösen Oberhäupter wird die tausenden schwer geprüften Flüchtlinge stärken und zur Annahme von Initiativen führen, um sowohl die christlichen Gemeinschaften zu schützen als auch die so außerordentlich wichtige Flüchtlingsfrage in korrekter Weise anzugehen".
Das Ökumenische Patriarchat und Bartholomaios I. persönlich würden mit größter Aufmerksamkeit die Entwicklungen und kriegerischen Konflikte in der nahöstlichen Region und die Vertreibung der Christen aus dem Gebiet verfolgen, hieß es in der Mitteilung. Daher habe der Patriarch ständig in jeder möglichen Weise seine Sorge über die große Frage der Flüchtlingswelle zum Ausdruck gebracht. In diesem Geist habe Bartholomaios I. im Februar durch einen persönlichen Gesandten Kontakt mit Papst Franziskus aufgenommen und diesem am 30. März einen entsprechenden Brief übermittelt. Die Reise nach Lesbos sei "im Zusammenhang der gemeinsamen Sorge der religiösen Führungspersönlichkeiten und der dringenden Notwendigkeit einer kollegialen Initiative zur Sensibilisierung" der internationalen öffentlichen Meinung sowie der zuständigen Organe und Organisationen zu sehen.
Obwohl es noch keine offiziellen Details über die Visite von Papst, Patriarch und Erzbischof auf Lesbos gibt, steht bereits fest, dass die Gäste mit den Flüchtlingen essen werden. Auch ist ein Gedenken für jene Menschen vorgesehen, die bei der Überfahrt von den ionischen Küstenstädten am östlichen Ufer der Ägäis zu den Inseln ertrunken sind.