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01.04.2016
Tourismusseelsorger hält Messe im Schweizerhaus

250 Jahre Prater: Feier mit Gottesdienst am 3. April

Messe mit Tourismusseelsorger Pfarrer Farrugia im Schweizerhaus.

Mit einem Gottesdienst am Sonntag, 3. April 2016, 11 Uhr, im Schweizerhaus beteiligt sich auch die Erzdiözese Wien am Festreigen aus Anlass des Jubiläums "250 Jahre Prater". Den Gottesdienst feiert Pfarrer Joseph Farrugia von der Votivkirche. Farrugia ist auch Wiener Tourismusseelsorger.      

 

Kaiser Josef II. öffnete im Jahre 1766 den Prater - der ursprünglich kaiserliches Jagdgebiet war - für die Öffentlichkeit. Bald darauf fanden sich eine Reihe von kleinen Vergnügungsbetrieben (Karusselle, Schießbuden, Imbissstände) ein, die das Volk unterhielten und auch für das leibliche Wohl sorgten. Aus diesen Buden entwickelte sich der Wurstelprater. Den Einwohnern Wiens gefiel es, auf kunstvoll gestalteten Hutschpferden zu reiten und in luftigen Höhen zu schwingen. Man konnte dabei mit langen Stangen in Ringe stechen, daher der Name Ringelspiel. Es waren Freizeitvorrichtungen für die breite Masse geschaffen worden.

 

Mit der Entwicklung der Technik und der Elektrizität wurde das Unterhaltungsangebot im Prater immer mannigfaltiger. Im aufkommenden Eisenbahnzeitalter gründete der in Triest geborene Basilio Calafati im Jahre 1844 das erste Eisenbahnkarussell. In dieser Hütte wurde 1854 die Figur des "großen Chinesers" als Mast aufgestellt. Viele Schausteller und Techniker aus allen Teilen der Monarchie, aber auch aus dem übrigen Europa verwirklichten im illustren Wiener Vergnügungspark ihre Ideen. Dem Engländer Walter Basset gelang es, im Jahre 1897 das heute noch bestehende Riesenrad im Wiener Prater aufzustellen.

 

Dem Trend der Zeit folgend wurden im alten Prater, der 1945 durch Brände und Bomben zerstört wurde, aber auch volksbildnerische Einrichtungen (Theater, Wachsfigurenkabinett und Menschenmuseum, Praeuscher-Panoptikum mit 2.000 Objekten, Vivarium, Planetarium) gebaut und dem bunten Treiben angeschlossen.

 

Etwas außerhalb des Vergnügungsbereichs steht auch heute noch ein populäres Wiener Wallfahrtszentrum, die Kirche Maria Grün nahe dem Lusthaus und der Pferderennplatz Freudenau. Sie entstand aus einem Andachtsort für eine einklassige Volksschule der Praterarbeiter. Der damalige Schulleiter heftete wegen der zu weiten Entfernung zur nächsten Pfarrkirche in der Praterstraße ein Marienbild an den Stamm eines Baumes, das 1863 geweiht wurde. 1924 wurde schließlich die Kirche Maria Grün im Prater geweiht. In der Folge kam es zu einer immer größer werdenden Wallfahrtstradition aus Wien und den Bundesländern.