Sr. Beatrix Mayrhofer, Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, und Abtpräses Christian Haidinger, Vorsitzender der Superiorenkonferenz der männlichen Orden Österreichs, haben den Nationalrat und die Bundesregierung aufgefordert, rasch eine neue Klima- und Energiestrategie für Österreich zu erarbeiten und umzusetzen. Damit soll den beim Klimagipfel in Paris im Dezember 2015 gefassten Beschlüssen nachgekommen werden. Die beiden höchsten Ordensvertreter unterzeichneten eine entsprechende Petition ("Plattform PARIS: Klimaschutz jetzt!"), die von einem überparteilichen Personenkomitee getragen wird.
"Es geht um die gemeinschaftliche und nachhaltige Bestellung des 'Hauses Welt', begründete Abtpräses Haidinger laut einer Aussendung der Ordensgemeinschaften vom Freitag, 1. April 2016, die Unterzeichnung der Petition. Dies sei ganz im Sinne der Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus, so Haidinger: "Gott suchen beinhaltet seit jeher einen tiefen Respekt vor der Mitwelt, der Schöpfung und den anvertrauten Gütern. Einfachheit, Bescheidenheit, dem Ganzen dienen, gemeinsam genießen ist die Grundrichtung. Garten, Haus, Kultur, Wirtschaft und Kirche sind eine große Einheit. Alles ist mit allem verbunden."
Mit dem Pariser Klima-Abkommen soll der Temperaturanstieg in diesem Jahrhundert auf deutlich unter zwei Grad Celsius beschränkt werden. Die Umsetzung des Abkommens erfordere in jedem der Unterzeichnerländer rasche und weitreichende Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen, heißt es in der Petition. Auch Österreich stehe vor großen Herausforderungen. Die aktuellen Treibhausgas-Emissionen seien etwa fünfmal so hoch wie mit der Zielvorgabe von zwei Grad Celsius vereinbart.
Mindestschritte, Strategien
Die Unterzeichner der Petition fordern deshalb als rasch umzusetzende Mindestschritte die Einführung einer Klimaschutzabgabe ab 2017 sowie die Neufassung der heimischen Klima- und Energiestrategie. Ziel müsse es sein, bis 2030 mindestens 60 Prozent weniger Treibhausgase, mehr als 60 Prozent erneuerbare Energieträger im Energiesystem und 100 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen zu erreichen. Es brauche zudem ein neues Ökostromgesetz, das eine wesentliche Beschleunigung im Ausbau der Ökostromerzeugung sichert. Weiters wird in der Petition ein Verbot der Installation von Ölbrennern ab 2017 gefordert.
Politische Entscheidungen in den Ölförderländern führten derzeit zu einer Ölschwemme, wird in der Petition kritisiert. Mitte Jänner 2016 seien die Ölpreise im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 um 75 Prozent gesunken. Dies führe nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage zu einem Mehrverbrauch von Öl und auch von Gas, da dessen Preis auch fallen wird. Dieser Ölpreissturz werde zu höheren Emissionen führen und damit das Abkommen von Paris konterkarieren und den Klimawandel beschleunigen, wenn die Politik nicht eingreift, warnen die Verfasser der Petition.