Sonntag 17. Mai 2026

Schnellsuche auf der Website

31.03.2016

Barmherzigkeit betrachten: Die Kirche am Steinhof - einst ein Skandal

Die Kirche am Steinhof gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke des Wiener Jugendstils.

Bei der Eröffnung 1907 durch Erzherzog Franz Ferdinand stieß die Gestaltung allerdings auf großes Missfallen seitens des Kaiserhauses und beide erhielten in der Folge keine Aufträge mehr.

 

An den Glasmosaikfenstern im Tiffany-Stil ist interessant, dass Moser jedem der 14 Werke der Barmherzigkeit jeweils eine Heiligenfigur zugeordnet hat.

 

Im westlichen Fenster mit dem Sinnspruch „Wahrlich sage ich euch. Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ halten Engel demütig das Grabtuch Jesu.

 

  1. Darunter sind die hl. Elisabeth mit Rosen: „Die Hungrigen speisen“,
  2. die hl. Rebekka beim Anbieten des Trankes „Die Durstigen tränken“,
  3. der hl. Bernhard „Die Fremden beherbergen“,
  4. der hl. Martin mit dem Schwert zum Teilen des Umhangs unter „Die Nackten bekleiden“,
  5. der hl. Johannes von Gott, der Stifter des Ordens der Barmherzigen Brüder dem Text „Die Kranken besuchen“ zugeordnet,
  6. Johannes von Matha, der Gründer des Ordens der Dreieinigkeit bei „Die Gefangenen erlösen“ und
  7. der hl. Tobias mit einer Schaufel unter „Die Toten begraben“ zu sehen.

 

Ähnlich verhält es sich beim östlichen Fenster mit dem Sinnspruch „Selig sind die Barmherzigen denn sie werden Barmherzigkeit erlangen“, das die geistigen Werke zeigt:

  1. Hier ist Johannes der Täufer bei „Die Sünder zurechtweisen“,
  2. der hl. Franz von Sales unter „Die Unwissenden belehren“,
  3. der hl. Klemens Maria Hofbauer bei „Den Zweifelnden recht raten“,
  4. die hl. Theresia unter „Die Betrübten trösten“,
  5. Joseph von Ägypten beim Motto „Das Unrecht mit Geduld leiden“,
  6. der hl. Stephan unter „Denen die uns beleidigt haben gern verzeihen“ und
  7. Abraham bei „Für Lebende und Tote bei Gott bitten“ zu sehen.