Bildung ist ein wichtiger Dienst zur Stärkung des Menschen. Bildung und die ,Liebe zum Wissen‘ ermächtigt den Menschen zu freiem und verantwortetem Handeln“, sagt Georg Radlmair, Direktor des Katholischen Bildungswerkes der Erzdiözese Wien:
„Die gesellschaftlichen Herausforderungen zu meistern ist ein Gebot der Stunde, hier bemühen wir uns, mit der Erwachsenenbildung zur verantworteten Meinungsbildung beizutragen, damit Situationen menschengerecht und aus dem Blick des Christentums beurteilt werden können.“
Als Schwerpunkte werden jene Themen aufgegriffen, „die der Reflexion des eigenen Lebens aus christlicher Sicht dienen.
Darum darf Bildung nicht auf reine Wissensvermittlung reduziert werden, sondern zum Wissen gehört das Verstehen (lernen) eindeutig dazu.“
Radlmair: „Bildung ist im Glauben ein wichtiger Faktor, denn so formulierte Meister Eckart (1260-1328) die Überzeugung, dass der Mensch nach dem ‚Bild Gottes‘ geschaffen wurde.
Bildung sei jener geistgewirkte Vorgang, durch den der Mensch Gott ähnlich wird. So kann Bildung im Glauben das ganze Volk Gottes umfassen, weil er alle Ebenen des Menschlichen umfasst: Herz, Hirn und Hand.“
Ein glaubender Mensch könne eigentlich nur einer sein, „der lebenslange Bildung ernst nimmt und durch Bildung im Glauben wachsen kann“.
Radlmair: „Nur so kann ein Christ, wie es Kardinal Schönborn immer wieder einfordert, auch auskunftsfähig sein über seinen Glauben, über das was ihn bewegt, an Gott zu glauben.“
Die Glaubensfragen stünden „im Blickpunkt, denn ein wachsender Glaube braucht Bildung. Bildung ist für ein Wachsen im Glauben wichtig, um unterscheiden zu lernen“.
Glaube ist von seiner Wortwurzel her aus dem Indogermanischen mit ‚begehren‘, ‚lieb haben‘, ‚für lieb erklären‘, ‚gutheißen‘ zu übersetzen und bezeichnet eine Grundhaltung des Vertrauens.
Radlmair: „So führt Bildung im Glaubensbereich zu einer Festigung des Vertrauens und zu einer neuen Qualität des Glaubens im Leben.“
Den eigenen Glauben könne man zunächst nicht festigen, „indem man sich einmauert und bei seiner eigenen Überzeugung stehen bleibt“.
„Glauben bedeutet im Vertrauen Erfahrungen sammeln, den Glauben leben, sich auf die Gotteserfahrungen einlassen und nach deren Bedeutung fragen“, sagt der Bildungswerk-Direktor.
Das Katholische Bildungswerk Wien setzt mit mehr als 500 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pfarren viele Initiativen zum Wachsen im Glauben.
„Acht Möglichkeiten sind in unserem neuen Folder aufgelistet, etwa die Beschäftigung mit dem Fächerkanon der Theologie, mit dem Glaubensgut der Kirche, mit dem Austausch über Themen des Glaubens und des Lebens“, zählt Radlmair auf: „Aber auch mit aktuellen Themen wie der Zukunft der Kirche und des Glaubens in unseren Gemeinden, Barmherzigkeit und Verantwortung für die Schöpfung und Umwelt.“