Wäre Christus nicht auferstanden, gäbe es keine Christen. Wäre nicht das Unvorstellbare wirklich eingetreten, dann hätten wir kein Neues Testament, und von all dem, was Jesus von Nazareth gesagt und getan hat, wäre bestenfalls so viel Erinnerung geblieben wie von Sokrates' Gesprächen.
Die leibliche Auferstehung, von der die Evangelien Zeugnis geben, ist etwas Ungeheuerliches: Nicht Reanimation oder Rückkehr in das irdische, sterbliche Leben, aber auch nicht eine rein „spirituelle“ Existenz ohne jede Kontinuität mit dem irdischen Leben.
Dies von Jesus zu glauben und für sich selbst zu erhoffen, gehört zum Kern der christlichen Verkündigung – und war bereits in der frühen Kirche ein Anlass zu Widerspruch, ja Spott von Seiten heidnischer Philosophen.
Die Evangelien lassen keinen Zweifel daran, dass der Glaube an die Auferstehung Jesu nicht aus einem Wunschtraum geboren wurde.
Geradezu nüchtern – wann, wo, wer ist Zeuge – ist der Bericht im heutigen Evangelium: Weder die Apostel, noch die Frauen konnten sich das ausdenken, niemand hoffte das offenbar, niemand kam von allein darauf: Sie sehen das offene, leere Grab, bemerken auch, dass die Leinen-Tücher noch daliegen – wer würde einen Leichnam, der unter Bewachung steht, stehlen wollen und sich die Zeit nehmen, die Tücher abzunehmen? (Chrysostomus) – Sie sind völlig konsterniert, wissen nicht, was sie denken sollen.
Bis ihnen in Erinnerung gerufen wird, dass Jesus selbst von seinem Geschick zu ihnen gesprochen hatte.
Auch den beiden Emmaus-Jüngern (Evg. vom Ostermontag) wird vom auferstandenen Herrn selbst erklärt, dass sein Tod und seine Auferstehung in den Heiligen Schriften vorausverkündigt sind.
Aber erst als sich Jesus selbst zeigt und zu erkennen gibt, können die Apostel wie die Frauen langsam fassen: Es handelt sich nicht um „Einbildung“, sondern das Unglaubliche ist wahr!
Dass sie so langsam zum Glauben kamen, dann aber mit ganzer Überzeugung, ist selbst ein Zeichen der Zuverlässigkeit ihres Zeugnisses, auf das sich unser Glaube stützt.