Ich habe gesehen, wie ungerecht die Welt ist“, schildert Hedi Klima ihre Erfahrungen aus der Tätigkeit in der Bewährungshilfe.
Ursprünglich war die aus der Buckligen Welt stammende im kaufmännischen Bereich tätig, in einer Bank.

Bald verspürt sie den Wunsch mit „Menschen zu arbeiten“, macht eine Ausbildung an der Sozialakademie und hilft haftentlassenen Menschen.
Als sie in Pension geht, will sie „etwas Sinnvolles tun“. Zu dieser Zeit eröffnet die Vinzi-Gemeinschaft des Grazer Pfarrers Wolfgang Pucher in Wien-Alsergrund das VinziBett, eine Notschlafstelle für obdachlose Menschen. Sie meldet sich und hilft.
2008 wechselt die Einrichtung nach Wien-Ottakring. Hedi wird gebeten, die Leitung zu übernehmen und sagt zu.
„Jetzt mache ich wieder einen Job, 40 Stunden wöchentlich, ehrenamtlich.“
Viel Verantwortung trägt sie: für die Aufnahme von Gästen der Notschlafstelle, für Mitarbeiter, das Spendenlukrieren, bis hin als Obfrau des VinziShop, ein Secondhand-Laden.
„Bei so viel freiwilliger Verantwortung hat mein Mann Peter manchmal gesagt, jetzt reicht’s.“
Nun delegiert sie mehr. 47 Schlafplätze für obdachlose Menschen bietet das VinziBett. Oft muss sie auch Menschen ablehnen, da der Bedarf das Angebot übersteigt.
Gefährliche Momente gab es, von Beschimpfung bis Bedrohung, da Gäste oft auch ein Alkoholproblem mit sich tragen. „Einmal hat eine Frau ihre Nagelfeile rausgenommen, nachdem ich ihr Hausverbot erteilt habe, das habe ich zu Hause nicht erzählt“, lacht Hedi Klima.
„Es ist eine sehr schöne, erfüllende Aufgabe hier.“