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Der Sonntag
03.03.2016

Gelebte Barmherzigkeit: Die Suppenköchin und der Detektiv

Yvonne Matula kocht freitags im Wiener Franziskanerkonvent in der Suppenküche.

Wie ich gelitten habe, wenn ich in eine neue Klasse gekommen bin“, schildert Yvonne Matula augenzwinkernd.

 

Die pensionierte Kunstpädagogin wurde von den Schülern oft auf den Privatdetektiv gleichen Namens aus der TV-Krimiserie  „Ein Fall für zwei“ angesprochen.

 

 

Gemeinsam haben sie den Griff zum Kühlschrank. Doch Yvonnes Bier sind Lebensmittel für bedürftige Menschen.

 

Angefangen hat es mit Keksen und Kuchen. Die backt Yvonne Matula im Advent 1998. Guardian Bruder Elias bittet beim Gottesdienst um Lebensmittelspenden für die Adventjause für Bedürftige.

 

Sie fühlt sich angesprochen. Wenige Tage später gibt sie die süße Jause an der Pforte ab. Der Franziskanerpater bittet sie, bei der Ausgabe mitzuhelfen. Sie überlegt nicht lange.

 

Frau Matula ist von da an jährlich engagiert bei der Adventjause.

 

Als sie 2002 in Pension geht, bittet sie Pater Elias, ob sie nicht an Freitagen Pfortendienst machen kann. Am Tag davor wird für die Franziskanerpatres mehr gekocht, was überbleibt wird aufgewärmt und verteilt. Sponsoren ermöglichen eine eigene Suppenküche.

 

Jeden Freitag gibt es nun im Refektorium Suppe für bedürftige Menschen. Yvonne Matula übernimmt das Kochen, ihr Mann Walter unterstützt beim Abholen der gespendeten Lebensmittel.

 

Um 7 Uhr geht es los, damit um 9 Uhr die Suppe am Tisch steht. Zig Kilo Tiefkühlgemüse, Wurst,  Kartoffeln und Zwiebeln werden benötigt.

 

Wie die Franziskaner bieten auch andere Orden Essensausgaben für bedürftige Menschen an. „Verhungern muss in Wien niemand“, unterstreicht sie.