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25.02.2016

Gelebte Barmherzigkeit: Im Bahnhofs-Warteraum „Gottes“ im Einsatz

Oskar Lazansky findet Zeit für den „Raum der Stille“ am Wiener Hauptbahnhof.

In einem Artikel in der Wiener Kirchenzeitung habe ich gelesen, dass sie Mitarbeiter suchen“, schildert der pensionierte Beamte.

 

Dreimal wöchentlich macht er für fünf Stunden im „Raum der Stille“ Dienst.

 

Ein Kontrapunkt zum Trubel der Reisenden, Arbeitenden und Wohnenden, am und um den Wiener Hauptbahnhof.

 

„Laufkundschaft in dem Sinn gibt es nicht“, so Oskar Lazansky. „Es sind fast schon lauter Bekannte, die man trifft“, freut er sich über die „Stammkundschaft.“

 

In erster Linie geht es um das Gebet. „Ich finde, man sollte mit den Besuchern auch ins Gespräch kommen“, unterstreicht er. „Dann frage ich sie ‚Wie sind sie auf den Ort gekommen?‘ und erkläre, wenn gewünscht.“ Der ellipsenförmige „Raum der Stille“ im Untergeschoß des Hauptbahnhofs, als Ort der Begegnung, für Andachten, Gottesdienste, Gebet und Stille.

 

Nicht nur Christen kommen hierher. „Für muslimische Gläubige haben wir Gebetsteppiche“, berichtet Lazansky.

 

Im Herbst vergangenen Jahres, als Tausende Flüchtlinge Wien am Hauptbahnhof erreichten, „sind viele muslimische Helfer zu uns zum Beten gekommen.“

 

Barmherzigkeit bedeutet für ihn, „sich bemühen, für andere da zu sein“. Das macht Herr Lazansky nicht nur am Hauptbahnhof, sondern auch in der Seniorenpastoral der Pfarre Augarten und im „Restituta-Forum“.

 

„Es geht schon viel Zeit drauf“, gibt er zu und freut sich über das Verständnis seiner Frau Maria. Dafür kümmert er sich um Termine und Besorgungen für die Enkelkinder, vier Mädchen.

 

Bleibt noch Zeit, ist Lazansky auf europäischen Pilgerwegen unterwegs.