Samstag 4. Juli 2026

Schnellsuche auf der Website

23.12.2015
Würdigung für "herausragende Botschaften und Zeichen

Papst Franziskus erhält Karlspreis 2016

Würdigung für "herausragende Botschaften und Zeichen in seinem Wirken, besonders im Blick auf aktuelle Krisen.

Papst Franziskus erhält im kommenden Jahr den Aachener Karlspreis. Das teilte das Karlspreisdirektorium am Mittwoch, 23. Dezember 2015 in Aachen mit. In einem Europa, in denen viele Bürger Orientierung suchten, sende er eine Botschaft der Hoffnung und Ermutigung, hieß es zur Begründung. Das Direktorium würdigt den Papst zudem "wegen seiner herausragenden Botschaften und Zeichen, die sein Pontifikat für Frieden und Verständigung, für Barmherzigkeit und Toleranz, Solidarität und Bewahrung der Schöpfung setzt". Die Preisverleihung werde im kommenden Jahr in Rom stattfinden; der Termin stehe noch nicht fest.

 

Historische Rede von Franziskus vor dem Europäischen Parlament

Der Vorsitzende des Direktoriums, Jürgen Linden, der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) und der Aachener Dompropst Manfred von Holtum verwiesen vor Journalisten auf die "historische Rede" von Franziskus vor dem Europäischen Parlament im November 2014. Darin habe er sehr eindringlich an die Abgeordneten appelliert, die Ideale der Gründungsväter Europas in den Mittelpunkt ihres Handelns zu rücken und ihren Beitrag zu leisten, dass das große Potenzial der europäischen Idee nicht verspielt werde.

 

Das Direktorium stellte in seiner Begründung auch heraus, dass der Papst nicht nur mit Blick auf die Flüchtlingskrise Europa zu mehr Engagement ermahne, sondern auch auf die Auswirkungen der Wirtschaftskrise aufmerksam mache. In dieser Situation beschwöre er die Prinzipien von Solidarität und Subsidiarität sowie die Einheit in Verschiedenheit. Zudem bekräftige er den humanistischen Geist und rufe Europa auf, sich die eigenen religiösen Wurzeln zunutze zu machen.

 

"In einer Zeit, in der die Europäische Union vor der bislang größten Herausforderung des 21. Jahrhunderts steht, ist es der Papst 'vom anderen Ende der Welt', der Millionen Europäern Orientierung dafür gibt", erklärte Linden. Er trete ein für die Achtung der natürlichen Lebensgrundlagen, die Freiheitsrechte und die Würde des Menschen, "ganz gleich welcher ethnischen, religiösen oder kulturellen Herkunft er ist". Philipp würdigte Franziskus als "Stimme des Gewissens, die uns mahnt, bei all unserem Tun den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen."

 

 

Auch Johannes Paul II. bekam Karlspreis

Der alljährlich in Aachen verliehene Internationale Karlspreis gilt als eine der bedeutendsten europäischen Ehrungen. Der undotierte Preis besteht neben einer Urkunde aus einer Medaille, die auf der Vorderseite das älteste Aachener Stadtsiegel aus dem 12. Jahrhundert mit dem thronenden Karl dem Großen und auf der Rückseite eine Inschrift für den jeweiligen Preisträger zeigt. Karl der Große (742-814) gilt als erster Einiger Europas und wählte Ende des achten Jahrhunderts Aachen zu seiner Lieblingspfalz.

 

Der Preis wird seit 1950 an Persönlichkeiten und Institutionen vergeben, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. In diesem Jahr wurde der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, ausgezeichnet. Zu den früheren Trägern gehören Konrad Adenauer, König Juan Carlos, Francois Mitterand, Helmut Kohl, Vaclav Havel, Bill Clinton, Angela Merkel, Donald Tusk sowie auch Frere Roger Schutz. Papst Franziskus wird der 58. Träger des Karlspreises. Bereits 2004 erhielt Papst Johannes Paul II. einen außerordentlichen Karlspreis, für sein Engagement für die Einigung Europas und für den Frieden.