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16.12.2015
Lichtübergabe am Petersplatz

Generalaudienz: Papst dankt für Friedenslicht aus Bethlehem

Franziskus zu Lichtüberbringern: "Tür unseres Herzens weit öffnen, um niemanden auszuschließen".

Papst Franziskus hat bei der Generalaudienz am Mittwoch, 16. Dezember 2015 auf dem Petersplatz vom Mühlviertler Schüler Niklas Dumhart das Friedenslicht aus Bethlehem bekommen. Dumhart war mit einer Delegation aus Oberösterreich angereist, in Begleitung von Diözesanbischof Ludwig Schwarz und Landeshauptmann Josef Pühringer.

 

Der Papst dankte den Lichtüberbringern mit den Worten: "Herzlich grüße ich die Pilger aus den Ländern deutscher Sprache und insbesondere die Delegation aus Oberösterreich, die uns das Friedenslicht aus Bethlehem gebracht hat. Wir wollen uns auf das Weihnachtsfest vorbereiten, indem wir die Tür unseres Herzens weit öffnen, um niemanden auszuschließen. Der Herr segne euch und eure Familien."

 

Nächstes weihnachtliches Event auf dem Petersplatz wird die feierliche Illuminierung des aus Bayern angelieferten Christbaums am Freitagnachmittag sein. Dazu reist eine Delegation aus dem süddeutschen Bundesland mit dem Regensburger Bischof Rudolf Vodernholzer an der Spitze an.  

 

Praxis der Beichte

In seiner Audienzansprache ging der Papst auf das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ein. Das "Iubilaeum misericordiae" verlange von jedem Katholiken, ein Leben zu führen, das dem Nächsten gegenüber offen ist, das Liebe und Verzeihung zum Audruck bringt. Wichtig sei auch die Praxis der Beichte. Franziskus eröffnete das Heilige Jahr am 8. Dezember mit dem Aufstoßen der Heiligen Pforte des Petersdoms.

 

Das Bußsakrament sei ein "wichtiges Zeichen" des Heiligen Jahrs der Barmherzigkeit, sagte Franziskus. Zur Beichte gehen bedeute, mit Gott versöhnt zu werden und die "unmittelbare Erfahrung seiner Barmherzigkeit zu machen", so der Papst. Gott verstehe nicht nur die Begrenzungen und Widersprüche der Menschen. Im Moment ihres Sündenbekenntnisses sei er ihnen auch besonders nahe.

 

Der Papst rief zugleich zu gegenseitiger Vergebung auf. Man könne nicht Gott darum bitten und selbst nicht zur Vergebung gegenüber anderen Menschen bereit sein, so Franziskus. Er wisse, dass Vergeben nicht einfach sei, weil "unser Herz arm ist und es allein mit seinen eigenen Kräften nicht schafft". Doch Gottes Barmherzigkeit mache die Menschen dazu fähig.

 

Weiter forderte Franziskus, Barmherzigkeit und Vergebung dürften nicht nur "schöne Worte" bleiben, sondern müssten auch im täglichen Leben verwirklicht werden. Liebe und vergeben, wie Gott liebt und vergibt, sei das Lebensprogramm der Christen. Es dulde keine Unterbrechungen und Ausnahmen.