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cc flickr esparanta palma / Der Sonntag
06.12.2015
Die aus Kärnten stammende Künstlerin Catrin Bolt erhielt am 3. Dezember den Msgr. Otto Mauer Preis.

„Wäre alles gut, würde ich was Hübsches machen“

Die aus Kärnten stammende Künstlerin Catrin Bolt erhielt am 3. Dezember den Msgr. Otto Mauer Preis.

Der Msgr. Otto Mauer Preis, Österreichs wichtigste Auszeichnung für junge Kunstschaffende, bedeutet Catrin Bolt „Wertschätzung für meine Arbeit“.

 

Sie findet Otto Mauer „in seiner Offenheit sehr besonders und radikal, das halte ich für wichtig – dass es Menschen und Strukturen abseits von Vermarktung und Profitabilität gibt, die auch Relevanz haben.“

 


Am 3. Dezember verlieh Generalvikar Nikolaus Krasa der 1979 in Friesach in Kärnten geborenen Künstlerin den renommierten Kunstpreis im Wiener Erzbischöflichen Palais.

 

Catrin Bolt – sie studierte bei Peter Kogler in der Medienklasse an der Akademie der bildenden Künste Wien – darf sich über ein Preisgeld von 11.000 Euro freuen.


„Dinge, die mich ärgern oder mir seltsam vorkommen, geben mir Ansporn. Wenn alles gut wäre, würde ich was Hübsches machen“, sagt Bolt dem SONNTAG.

 

Sie scheue sich nicht, brisante Themen aufzugreifen, heißt es in der Begründung der Preis-Jury: „Ihre Arbeiten sind gekennzeichnet durch die Gleichzeitigkeit von Geschichtsbewusstsein und gesellschaftlichem Engagement.“

 

Dabei „schwingt bei allem ernsthaften politischen Engagement stets eine feine Ironie mit“.


Auf dem Gelände des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers Viehofen in St. Pölten, das heute mit einem Schotterteich als Naherholungsgebiet dient, stellte Bolt 2010 „Orientierungstafeln“ auf, die auf den ersten Blick vertrauten Wanderkarten ähneln.

 

Doch die Luftaufnahmen der Alliierten zeigen die Situation zum Ende des Zweiten Weltkriegs mit den Lagern; ein roter Punkt markiert den Betrachterstandpunkt und verbindet Vergangenheit und Gegenwart.

 

Warum beschäftigt die 36-Jährige die Vergangenheit? „Ich denke, es ist langweilig und auch täuschend, in den Dingen nur ihre gegenwärtige Erscheinung wahrzunehmen – Vergangenheit und Zukunft sind immer wichtige Teile“, so die Künstlerin.

 

Zum Thema Religion meint sie: „Glaube und Religion sind in unserer Gesellschaft und im täglichen Leben stark verankert und immer präsent. Dadurch spielen sie zwangsweise eine Rolle, sozusagen die Haupt-Nebenrolle."