Lieber Vater, komm bald!“ steht in kindlicher Handschrift auf einem Plakat, gehalten von drei kleinen Mädchen auf einer Blumenwiese.
Das Foto zeigt Rosalia, Maria und Aloisia, die Töchter von Franz und Franziska Jägerstätter. Sie schickten diesen Fotogruß zu Ostern 1943 ihrem Vater ins Berliner Gefängnis.
Nach seiner Verurteilung zum Tod am 6. Juli wurde der Familienvater und Wehrdienstverweigerer Franz Jägerstätter am 9. August 1943 im Zuchthaus Brandenburg geköpft.
Hat Jägerstätter seine Familie im Stich gelassen? „Nein“, meint seine Tochter Maria Dammer, denn er hätte auch im Krieg fallen können.
Jägerstätters Witwe Franziska trug die Gewissensnöte ihres Mannes leidvoll mit.
Welche Motive und Impulse ließen Franz Jägerstätter und andere Verweigerer des NS-Systems ihren Widerstand so konsequent durchhalten?
Dieser Frage geht unter dem Titel „Lob des Ungehorsams“ eine Ausstellung des DÖW (Dokumentationsarchiv des Widerstandes“) und der Kategorialen Seelsorge der Erzdiözese Wien bis 25. Februar nach.
Aufgezeigt werden anhand mehrerer Biografien und Schicksale die Varianten des Widerstandes sowie die unerbittliche Realität der Verfolgung.