Papst Franziskus hat die Bedeutung einer praxisnahen Ausbildung von katholischen Priestern betont. Die Kandidaten sollten an der Seite eines Katecheten Erfahrungen in der Glaubensvermittlung sammeln, die Seelsorge geistlicher Gemeinschaften in Randgebieten erleben und vorübergehend am klösterlichen Leben teilnehmen, heißt es in einer am Montag, 7. Dezember 2015 veröffentlichten Botschaft zum 53. Weltgebetstag für geistliche Berufe.
Ebenso wünschenswert sind aus Sicht des Papstes Kontakte zu Missionaren sowie Erfahrungen in der Gemeindeseelsorge. So könnten die Priesteramtskandidaten ihre "eingeschränkte Sichtweise" überwinden und die kirchliche Gemeinschaft besser kennenlernen, schreibt Franziskus.
Die katholische Kirche begeht den nächsten Weltgebetstag für geistliche Berufe am 17. April 2016. Der traditionell am dritten Sonntag nach Ostern begangene Tag steht diesmal unter dem Motto: "Die Kirche - Mutter der Berufungen".
Der Papst betont zugleich, es sei Aufgabe "aller Gläubigen", Verantwortung für die "Sorge um die Berufungen und ihrer Beurteilung wahrzunehmen". Er verwies auf das Vorbild der Jünger Jesu. Der Apostel Petrus habe 120 Jünger zusammengerufen, um den Platz des Judas Iskariot neu zu besetzen. Auch für die Wahl von sieben Diakonen seien die Jünger zusammengerufen worden, erklärte der Papst.
Weiter schreibt Franziskus, dass die Kirche nicht nur für Berufungen beten und diese fördern soll. Sie müsse auch eine "sorgfältige Auswahl der Kandidaten für das Weiheamt" treffen.
Die Zahl der Priesteramtskandidaten ist in Europa seit Jahren rückläufig. Zuletzt sank sie erstmals seit langem auch weltweit; von 2011 bis 2013 um zwei Prozent. Der Vatikan kommentierte diese Entwicklung im April als Trendwende.