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08.11.2015
Franziskus äußert sich beim Angelusgebet zu Skandalen

Papst: Geheimnisverrat ist "beklagenswerter Akt"

Franziskus äußert sich erstmals öffentlich zum Skandal um die Weitergabe vertraulicher Dokumente aus dem Vatikan.

 

 

Papst Franziskus hat sich erstmals öffentlich zum Skandal um die Weitergabe vertraulicher Dokumente aus dem Vatikan an Journalisten geäußert. Dies sei ein "beklagenswerter Akt, der nicht hilfreich ist", sagte er am Sonntag, 8. November 2015 nach dem traditionellen Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. Es werde ihn jedoch "gewiss nicht von seiner Arbeit an der Reform abbringen", die er "mit seinen Mitarbeitern und der Unterstützung von euch allen" derzeit vorantreibe, betonte Franziskus. Er forderte die Gläubigen auf, sich durch diesen Vorfall nicht beunruhigen zu lassen und weiter für ihn und die Kirche zu beten.


Papst hat selbst Untersuchungen veranlasst

Franziskus verwies darauf, dass er selbst die Untersuchungen veranlasst habe, über deren Ergebnisse in diesen Akten berichtet werde. Er habe daraufhin Maßnahmen eingeleitet, deren erste Früchte schon sichtbar seien. Am Donnerstag waren zwei Enthüllungsbücher italienischer Journalisten über Misswirtschaft, Korruption und Intrigen im Vatikan erschienen. Sie stützen sich auf zahlreiche vertrauliche Dokumente. "Ich weiß, dass viele von euch betroffen sind angesichts der in diesen Tagen kursierenden Nachrichten über vertrauliche Dokumente des Heiligen Stuhls, die unterschlagen und veröffentlicht wurden", sagte Franziskus weiter.


Der Vatikan nahm am vergangenen Wochenende einen ranghohen Geistlichen der römischen Kurie und eine italienische PR-Fachfrau wegen des Verdachts auf Geheimnisverrat fest. Die Italienerin ist seit Montag wieder auf freiem Fuß, gilt aber weiterhin als Verdächtige.

 

„Aufgefordert uns von Unverzichtbaren zu trennen"

Die Hilfe für Arme ist nach den Worten von Papst Franziskus "keine Frage des Portemonnaies, sondern des Herzens". Es gehe nicht darum, wie viel man gebe; entscheidend sei, dass es aus vollem Herzen komme, sagte der Papst am Sonntag beim traditionellen Angelus-Gebet auf dem Petersplatz.

Die Unterstützung dürfe sich nicht nur auf das Spenden von ohnehin Überflüssigem beschränken, so Franziskus weiter. "Angesichts der Bedürfnisse des Nächsten sind wir aufgefordert uns von etwas Unverzichtbaren zu trennen." Ein Christ müsse seine Talente vorbehaltlos für seine "ärmeren Brüder" einsetzen und nicht erst, nachdem er sie zum Erreichen seiner eigenen Ziele genutzt habe.

Zugleich kritisierte Franziskus eine Bereicherung auf Kosten der Armen unter Kirchenmännern und Gläubigen. Auch heute bestehe die Gefahr, Gebet und Gerechtigkeit voneinander zu trennen. Man könne nicht Gottesdienst feiern und gleichzeitig den Armen schaden.