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07.10.2015
Große Verbundenheit mit Mariazell

Generalaudienz: Papst grüßt Ungarn und verweist auf Mariazell

In Audienzworten nahm Franziskus Bezug auf Fest der "Magna Hungarorum Domina" und appellierte zu mehr "Familiengeist" in der Gesellschaft.

Papst Franziskus hat bei der Generalaudienz am Mittwoch, 7. Oktober 2015 auf dem Petersplatz Pilgergruppen aus Ungarn und der ungarischsprachigen rumänischen Diözese Alba Iulia mit u.a. Bischof Jozsef Tamas in ungarischer Sprache mit "Isten éltessen!" (Glückwünsche zum Feiertag) begrüßt und dann das am Donnerstag besonders in Mariazell begangene Fest der "Magna Hungarorum Domina" erinnert.

 

Große Verbundenheit mit Mariazell

Mariazell als Gnadenort der "Magna Domina Hungarorum" ist in besonderer Weise mit der ungarischen Geschichte verbunden. Nach dem ersten Sieg der Ungarn über die Türken 1366 hatte König Ludwig I. von Ungarn die Gnadenkapelle errichten lassen und die "Magna Hungarorum Domina" gestiftet. Das Madonnenbild, das noch heute am Altar der Schatzkammer steht, wird vor allem von ungarischen Gläubigen verehrt. Zahlreiche Pilger werden dazu am Donnerstag und Freitag in Mariazell erwartet.

 

Ungarische Wallfahrer kommen seit mehr als 600 Jahren nach Mariazell. Ein Höhepunkt war dabei die "Wallfahrt der Völker" beim "Mitteleuropäischen Katholikentag" am 22. Mai 2004. Wenige Tage nach der historischen Erweiterung der Europäischen Union pilgerten damals 14.000 Ungarn in den steirischen Marienort.

 

"Es braucht kräftigen Schuss Familiengeist"

In seiner Audienzkatechese appellierte Papst Franziskus auf dem Petersplatz auch zu mehr "Familiengeist" in der Gesellschaft. Ein Blick auf das tägliche Leben des Menschen von heute zeige, "dass es überall einen kräftigen Schuss Familiengeist braucht". Zugleich kritisierte der Papst eine mangelnde Wertschätzung der Familie. Ihr werde nicht nur die nötige Anerkennung und Unterstützung von Politik und Wirtschaft vorenthalten; noch schwerwiegender sei, dass die moderne Gesellschaft nicht mehr in der Lage sei, zu vermitteln, was Familie ausmache, erklärte Franziskus. "Die moderne Gesellschaft mit all ihrer Wissenschaft und Technik ist nicht imstande, diese Kenntnisse in bessere Formen des Zusammenlebens zu übersetzen", so der Papst. Die Folge sei ein Verfall des Gemeinschaftslebens und eine Verrohung des Umgangs miteinander.

 

Franziskus rief zudem erneut zum Gebet für die seit Montag im Vatikan tagende Bischofssynode über die Familie auf. Er äußerte die Hoffnung, dass die Synodenväter "alte Netze verlassen und wieder im Vertrauen auf das Wort Gottes fischen". Auch für die Kirche mahnte er Familiengeist ein: "Familien sind heute eines der wichtigsten Netze für die Mission des Petrus und der Kirche. Sie befreien von Gleichgültigkeit und Einsamkeit."