Donnerstag 11. Juni 2026

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Pallium: mit schwarzen Kreuzen bestickt und mit drei Nadeln festgesteckt
kathbild.at/Rupprecht / Dr. Johannes Fürnkranz
07.08.2015

Das Schaf auf den Schultern

Das Pallium ist kein zusätzliches Ehrenzeichen, sondern pastorale Erinnerung

Traditionell am Hochfest Peter und Paul verleiht der Papst allen neu ernannten Metropoliten das Pallium: jene weiße Wollstola mit eingestickten schwarzen Kreuzen, die Teil der liturgischen Bekleidung der Metropolitan-Erzbischöfe ist.

 

 

 


Heuer wird diese Zeremonie erstmalig zweigeteilt: Am 29. Juni wird Papst Franziskus das Pallium der Erzbischöfe segnen, feierlich umgelegt wird es ihnen allerdings erst später, daheim, durch den Nuntius, den Botschafter des Papstes vor Ort.

 

Bei dieser Neuerung – so hat das Päpstliche Liturgische Büro sich klarzustellen beeilt – handle es sich keinesfalls um eine aushöhlende Geste, sondern um eine Bereicherung.

 

Das Pallium bezeichne ja nicht nur die besondere Nähe der Metropoliten zum Papst; gleichzeitig wird durch den zweiten, neuen Teil der Feier nun auch die Synodalität betont, die enge Verbindung des jeweiligen Erzbischofs zu den ihm zugeordneten Suffraganbischöfen und zu den Gläubigen der Kirchenprovinz, der er als Metropolit vorsteht.


Das Pallium ist also kein zusätzliches Ehrenzeichen, sondern pastorale Erinnerung:

 

Aus Schafwolle gefertigt, „erinnert es uns an Christus, der sich aufgemacht hat in die Berge und in die Wüsten, in denen sich sein Lamm, die Menschheit, verlaufen hat.

 

Es erinnert uns an ihn, der das Lamm, die Menschheit – mich – auf seine Schultern genommen hat, um mich heimzutragen“ (Benedikt XVI., 2011).