Donnerstag 2. Juli 2026

Schnellsuche auf der Website

13.05.2015

Syrien - Schwerpunkt bei Langer Nacht der Kirchen

Die Pfarre Breitenfeld in Wien-Josefstadt stellt das Thema Flucht in den Mittelpunkt.

Am Beispiel Syrien wird bei der „Langen Nacht der Kirchen“ am 29. Mai 2015 auch die Aussicht auf Frieden behandelt.

 

Denn seit vier Jahren wird in Syrien gekämpft. Aus dem anfangs friedlichen Protest gegen die Staatsführung ist ein Bürgerkrieg geworden – mit hunderttausenden Toten und noch viel mehr Flüchtlingen. Gibt es überhaupt noch Hoffnung auf Frieden in Syrien? Eine Suche nach Antworten bei der Langen Nacht der Kirchen macht die Pfarre Breitenfeld im achten Wiener Gemeindebezirk.

 

Sie flüchten vor Krieg, Gewalt, Elend – mehr als 3,8 Millionen Syrer und Syrerinnen haben ihr Heimatland bereits verlassen, mehr als die Hälfte davon sind Kinder. Syrien selbst liegt wirtschaftlich am Boden, ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht.

 

Auch die unmittelbaren Nachbarländer Syriens sind längst überfordert mit den hohen Flüchtlingszahlen: Der Libanon etwa – ein Land so groß wie Tirol mit vier Millionen Einwohnern, hat zusätzlich 1,3 Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Auch Österreich hat zugesagt, syrische Flüchtlinge aufzunehmen: insgesamt 1.500. Eine „bescheidene Zahl“, sagt Daniel Vychytil, er ist Pastoralassistent in der Pfarre Breitenfeld und ehemaliger Flüchtlingsbetreuer. Die Pfarre im achten Wiener Gemeindebezirk macht Syrien heuer zum Schwerpunkt bei der Langen Nacht der Kirchen. Einerseits soll es dabei um das Thema Flüchtlinge gehen, so Daniel Vychytil, andererseits aber auch um die Frage: Welche Aussichten auf Frieden hat Syrien?

 

Hoffnung auf Frieden in Syrien

Einer, der immer wieder in Syrien ist – zuletzt im Februar dieses Jahres - ist der Journalist und Friedensaktivist Leo Gabriel. Er wird am 29. Mai ab 18.30 Uhr seine aktuellen Filme über Syrien zeigen und über die derzeitige Situation dort berichten. Danach wird diskutiert – am Podium vertreten sein wird unter anderen auch eine Syrerin: Marie Therese Kiriaky. Sie lebt seit mittlerweile 28 Jahren in Österreich, arbeitet für die UNO und hat hier den Verein „Arabische Frauen“ gegründet. Mitglieder des Vereins werden Besucher und Besucherinnen der Langen Nacht auch kulinarisch verköstigen: Geplant ist ein syrisches Buffet samt Basar mit orientalischen Speisen und handgefertigten Produkten. Der Verkauf kommt syrischen Flüchtlingen zugute.

 

Und ganz nebenbei findet dabei vor allem auch eines statt: ein Kennenlernen. Denn das sei das eigentliche Ziel, sagt Daniel Vychytil von der Pfarre Breitenfeld: „Wir möchten einen Begegnungsraum schaffen, wo die Menschen ins Gespräch kommen und verschiedene Kulturen kennenlernen können“. Und auch für die Pfarre und ihre Mitglieder selbst ist der Syrien-Schwerpunkt eine gute Vorbereitung, denn geplant ist, dass die Pfarre bald schon eine – wahrscheinlich syrische – Flüchtlingsfamilie aufnehmen wird.