Im Lesejahr B steht die Erzählung von der Sintflut am Beginn der Fastenzeit. Darin geht es nicht um einen strafenden Gott, sondern alles zielt auf den Bund ab, den Gott mit Noah geschlossen hat. In diesem Bund versöhnt der Schöpfer sich mit seiner Schöpfung – wie sie nun einmal ist: Gute und Böse leben nebeneinander.
Gott verpflichtet sich, seine „gemischte" Schöpfung zu schützen und zu ertragen.
In der Sintfluterzählung wird Gott sehr menschlich und lernfähig geschildert. Er kommt zur Erkenntnis, dass Strafe zu keiner „sauberen Lösung" führt, dass es keine bessere, neue Menschheit gibt. „Ich gedenke meines Bundes und nie mehr werden alle Wesen aus Fleisch ... ausgerottet werden.“ Der Regenbogen, der Himmel und Erde verbindet, ist das sichtbare Zeichen für diesen Bund.
Am Beginn der Fastenzeit erinnere ich mich: Gott liebt und erträgt mich, so wie ich bin: gut und böse, mit Licht und Schatten; manchmal bestehe ich eine Versuchung, oft werde ich schwach. Trotzdem vertraue ich auf Gottes Zusage: Über deinem Leben leuchtet der Regenbogen, das Zeichen meines Bundes!
Mit dieser Zusage machen wir uns auf den Weg der Umkehr und Buße. Sintflut und Arche sind österliche Symbole für Taufe und Kirche. Wer durch das Wasser der Taufe in die rettende Arche der Kirche aufgenommen wird, geht nicht unter. Der Noahbund verweist auf den Taufbund.
In der Osternacht werden wir uns an unsere Taufe erinnern und bekennen: „Ich glaube an Gott! Ich widersage dem Bösen!“ Die rettende Arche der Kirche stärkt unseren Glauben und unser Vertrauen, dass Gott uns nie fallen und untergehen lassen wird, nicht einmal im Tod. So wird es Ostern.