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18.02.2015

Kolumne von Michael Prüller: Die Komfortzone verlassen

Fasten, Gebet, Fähigwerden zur Zuwendung zum Nächsten.

Der verstorbene Dompfarrer Anton Berger hat es einmal auf den Punkt gebracht: Fasten ohne Beten ist bloß Diät.

 

Ich denke, hier liegt das Geheimnis einer guten Fastenzeit. Der Verzicht auf die kleinen Belohnungen, die alltäglichen Frust- und Angstblocker macht uns freier – denn  all diese Dinge versklaven uns, wenn wir zu ihnen Zuflucht nehmen. Ob wir uns aber dem nähern können, der uns Zuflucht in Freiheit gibt, hängt auch von unserm Beten ab.

 


Ich mag die Fastenzeit aber trotzdem nicht. Wie oft gelingt mir wirklich eine Befreiung? Wie oft beginnt die Fastenzeit mit mühsam durchgehaltenem Verzicht und unbequemem Gebetsaufwand – nur um irgendwann in sich zusammenzufallen, indem ich beginne, Ausnahmen zu machen, die sehr schnell zur Regel werden.


Die verführerische Alternative wäre, nur zu fasten und zu beten, wenn es keine Pflichtübung ist, sondern wenn es sich ganz natürlich aus der Freundschaft mit Christus ergibt.

 

Nur: So funktioniert die Freundschaft nicht. Und es gilt, was ein Freund – er arbeitet als Coach – im Vorjahr gesagt hat und was für mich so etwas wie das Wort des Jahres geworden ist: Man wächst innerlich nur, wenn man seine Komfortzone verlässt.


Der „Sonntag“ versucht, in der Fastenzeit Ihnen dabei zu helfen. Etwa mit der Serie über das Vergeben, verfasst von Sr. Melanie Wolfers SDS. Mit den Vorschlägen zu einem nachhaltiger gelebten Leben oder mit der Darstellung von Lebensschicksalen nach oder in einer Krise.


Fasten, Gebet, Fähigwerden zur Zuwendung zum Nächsten. Wie mühsam  ist das oft! Aber was sie verheißen und vermögen, ist meine große, eigentlich meine einzige Hoffnung – in einer Welt der wachsenden Nöte und Schrecken.