Das erste Wunder Jesu, von dem der Evangelist Markus berichtet, ist die Befreiung eines Menschen „von einem unreinen Geist“. Jesus bekräftigt mit dieser Tat seine Worte: die Aufforderung, „umzukehren“ und „dem Evangelium zu glauben“.
„Evangelium“, „Frohe Botschaft“ ist es, dass Gott aus seiner Verborgenheit heraustritt, dass Er spricht, dass Er den Menschen nicht sich selbst überlässt, sondern ihn zum wahren Leben ruft. Gottes Wort will den Menschen verwandeln, heiligen, darum sind „Bekehrung“ und „Evangelium“ miteinander verbunden.
Die Worte Jesu treffen aber nicht nur auf Zustimmung oder Staunen, sondern auf erschreckend aggressiven Widerstand; der „unreine Geist“ reagiert auf die Begegnung mit dem „Heiligen Gottes“ in einer Mischung aus irrationaler Angst und Wut.
Unreine Geister: Kräfte, die verhindern wollen, dass Gottes Reich im Menschen Raum gewinnt. Aus ihrer reichen Erfahrung haben die frühen Mönchsväter verschiedene Gestalten solchen Widerstands benannt: selbstsichere Überheblichkeit, Unversöhnlichkeit, Habgier, Unzucht …
Nicht immer äußert sich der Widerwille gegen die Einladung zur Umkehr so lautstark wie im Falle des Besessenen im heutigen Evangelium. Manchmal ist die Auflehnung sehr versteckt und subtil; nichtsdestoweniger behindert sie die Freiheit des Menschen, sich ganz auf Gott einzulassen.
Doch das heutige Evangelium sagt uns auch, dass Jesus die Macht hat, die noch unbekehrten Winkel unseres eigenen Herzens zu heilen, wenn wir sie Ihm übergeben.
