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07.01.2015

Das Wort zur Schrift: Wann endet Weihnachten? (Markus 1, 7-11)

Josef Grünwidl: Evangeliumsauslegung zur Taufe des Herrn

Schnell ist aus dem Kind in der Krippe ein erwachsener Mann geworden. Der Zimmermann aus Nazareth wird wohl dreißig Jahre alt gewesen sein, als er öffentlich auftrat. Das 1. Kapitel des Markusevangeliums erzählt die Taufe Jesu wie eine Overtüre, in der schon viele Themen anklingen, die später entfaltet werden:

  • Jesus geht zu den Sündern am Jordan, um sich von Johannes taufen zu lassen. In Jesus Christus steht Gott auf der Seite der Armen, Kleinen und Sünder.
  • Jesus sieht den Himmel offen. Er findet sich nicht mit der Welt ab, wie sie ist. Er lebt und verkündet den offenen Himmel. Menschen, die Jesus gläubig begegnen, erleben ein Stück Himmel auf Erden.
  • Jesus wird bei seiner Taufe mit dem Geist Gottes beschenkt. Er ist geisterfüllt und steckt Menschen mit seiner Begeisterung für Gottes Reich an – bis heute.

Die Taufe Jesu wird im Markusevangelium als Epiphanie geschildert. Im Taufgeschehen leuchtet auf, wer Jesus von Nazareth ist: der geliebte Sohn des Vaters; der Knecht, den Gott erwählt, damit er den Völkern das Heil bringt.


Die Kirchenväter haben darauf  hingewiesen, dass Jesus durch seine Taufe im Jordan den Fluss des Lebens geheiligt hat. Zum Fluss des Lebens gehört alles: Freude und Leid, Hoffnungen und Enttäuschungen, Geburt und Tod.

 

Mit dem Fest der Taufe des Herrn endet die weihnachtliche Festzeit.

 

An der Schwelle zum Alltag gibt uns die Kirche eine große Zusage mit auf den Weg: Dein Leben ist geheiligt durch Christus. Denn durch seine Mensch-werdung ist Gott auch in den Fluss deines Lebens hinabgestiegen.

 

Wer darauf gläubig vertraut, lebt Weihnachten auch im Alltag.