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26.11.2014

Das Kommen des Herrn

Glaube konkret - von  DDr. Ingrid Fischer

Adventus (lat. Ankunft) meint den Antrittsbesuch eines Herrschers, die Erscheinung einer Gottheit im Tempel oder deren Jahrestage.

 

Der christliche Advent als Vorbereitungszeit auf das Kommen des Herrn entfaltet sich in zwei Traditionen: der ältere (5./6. Jh.) gallische Advent – vierzig Fasttage vom 11. 11. bis Epiphanie (6. 1.), dem nach Ostern  wichtigsten Tauftermin – als asketische Bußzeit; anders  der römische Advent, der zeitweise sechs (so heute noch in Mailand) oder fünf und seit Gregor I. († 604) vier Wochen umfasst:

 

Zunächst markiert er das Ende des Kirchenjahres in Erwartung der Vollendung der Welt bei der letzten Ankunft Christi; zugleich stimmt er festlich-zuversichtlich auf die erste Ankunft Christi „im Fleisch“ ein, und sein Grundton ist trotz gallischer Spuren (kein Gloria; violett) immer freudig.


Obwohl der Advent sukzessive an den Anfang der liturgischen Bücher rückt, besteht seine enge thematische Verwandtschaft mit dem Ende des Kirchenjahres (heute: Christkönig) weiter: Auf die Gerichtsrede Jesu (Mt 25) folgt heuer am 1. Adventsonntag die Mahnung zur Wachsamkeit für das endzeitliche Kommen des Menschensohnes (Mk 13).