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13.11.2014

Bundespräsident Fischer bei Papst Franziskus

Österreichs Staatsoberhaupt überbrachte als Geschenk Stephansdom-Bild.

Bundespräsident Heinz Fischer ist am Donnerstag 13. November 2014 im Vatikan mit Papst Franziskus zusammengetroffen. Die Begegnung dauerte rund 30 Minuten, länger als bei Audienzen für Staatsoberhäupter üblich. "Willkommen", begrüßte Papst Franziskus das Staatsoberhaupt auf Deutsch. Fischer bedankte sich für die Begegnung. Das Gespräch wurde anschließend mit Hilfe eines Dolmetschers geführt.

 

Als Geschenk überbrachte der Gast dem Papst eine Lithografie des Wiener Stephansdoms sowie eine CD mit der Mozart-Oper "Cosi fan tutte". Franziskus revanchierte sich mit einer Pontifikatsmedaille sowie einem Exemplar des Lehrschreibens "Evangelii gaudium", das als Programmschrift seines Pontifikates gilt. "Aber Sie müssen es mir bitte signieren", meinte der Präsident, was Franziskus umgehend tat. Danach begann das Vier-Augen-Gespräch.

 

Bilaterale Fragen, Naher Osten, Einladung nach Österreich

Wie es im anschließend vom Vatikan veröffentlichten Kommunique heißt, hätten Papst Franziskus und Bundespräsident Fischer über bilaterale Fragen, aber auch über die Situation im Nahen Osten gesprochen. Bei der Unterredung, die in herzlicher Atmosphäre stattfand, sei es weiter um Fragen der Religionsfreiheit, der Menschenrechte sowie um die Bedeutung des interreligiösen und interkulturellen Dialogs gegangen.

 

Im Gespräch mit Journalisten im Anschluss an die Audienz sagte Bundespräsident Fischer, dass er Papst Franziskus zu einem Besuch nach Wien eingeladen habe. "Die Einladung ist vom Papst im Prinzip angenommen worden", so Fischer laut Austria Presse Agentur: "Angesichts des dichten Reiseprogramms des Heiligen Vaters wird der Österreich-Besuch nicht 2015, sondern erst später stattfinden können. Jedenfalls weiß der Vatikan, dass Österreich bereit ist, einen geeigneten Termin für den Besuch zu finden."

 

Den Besuch bei Franziskus bezeichnete der Bundespräsident als "interessant, angenehm und sehr harmonisch". "Vom ersten Augenblick an, hat man den Eindruck, dass keine Mauer, keine Distanz besteht, sondern dass der Papst ein interessierter und wohlwollender Gesprächspartner ist, der über Österreich Bescheid weiß. Franziskus hat viele Fragen zur Lage in Österreich gestellt", erklärte Fischer.

 

Beim Gespräch mit dem Papst habe er auch die Frage der Nachfolge des Grazer Bischofs Egon Kapellari angesprochen. "Ich habe dem Papst gesagt, dass ein Bischof im Süden des Landes darauf wartet, zu erfahren, wer sein Nachfolger wird. Franziskus wusste, worum es geht", erklärte Fischer laut APA. Auch im Gespräch mit dem vatikanischen Staatssekretär Pietro Parolin, habe er das Thema von Kapellaris Nachfolge angedeutet.

 

Im Anschluss war ein Gespräch mit Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin vorgesehen. Bei seinem Rom-Besuch wird Fischer von einer hochrangigen Delegation begleitet, darunter Finanzminister Hans Jörg Schelling und Bundesratspräsidentin Ana Blatnik.