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radio vatikan
20.08.2014

Papst blickt auf Korea-Reise zurück und ruft zum Gebet für verfolgte Christen

"Erinnerung, Hoffnung, Zeugnis" so lautet die Reisebeschreibung.

"Erinnerung, Hoffnung, Zeugnis" – mit diesen drei Begriffen hat der Papst am Mittwoch, 20. August 2014, bei der Generalaudienz seine Korea-Reise beschrieben, die er am Montag beendete. Bei dieser Gelegenheit dankte Franziskus Südkorea für den freundlichen Empfang und ging auf die Besonderheiten der koreanischen Kirche ein. In der Audienzhalle wandte sich der Papst an seine Zuhörer mit folgenden Worten:

 

Hoffnung und Zeugnis

"Ich konnte eine junge und dynamische Kirche besuchen, die auf das Zeugnis der Märtyrer gegründet ist und vom missionarischen Geist erfüllt ist, in einem Land, in dem sich antike asiatische Kulturen und die ewige Neuigkeit des Evangeliums begegnen."

 

Angesichts der rasant wachsenden Wirtschaft Südkoreas sei die Kirche dort Garant einer spirituellen Tradition, die die Erinnerung bewahre und die Zukunft gestalte, führte der Papst aus. Und erneut wandte er sich gegen Materialismus und Egoismus in der kapitalistischen Gesellschaft:

 

"Christus schafft nicht das ab, was gut ist, sondern führt es zur Vollendung. Was er jedoch bekämpft und besiegt, ist das Böse, das Zwietracht sät zwischen den Menschen und Völkern, Ausschluss generiert infolge einer Vergötterung des Geldes und das Gift des Nichts in die Herzen der Jugend träufelt."

 

Erinnerung

In Koreas Kirche spielten vor allem die Laien eine wesentliche Rolle. Franziskus machte hier einen Exkurs in die Gründungsgeschichte der koreanischen Kirche:

 

"In diesem Land ist die christliche Gemeinschaft (…) nicht von Missionaren, sondern in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von einer Gruppe junger Koreaner gegründet worden, die fasziniert waren von einigen christlichen Texten, die sie eingehend studierten und als Lebensgeschenk getrachteten. Einer von ihnen wurde nach Peking geschickt, um dort getauft zu werden und hat im Anschluss seine Gefährten getauft. Aus diesem Samenkorn entstand eine große Gemeinschaft, die von Anfang an und ungefähr ein Jahrhundert lang grausame Verfolgungen, mit tausenden von Märtyrern. Koreas Kirche ist also auf den Glauben gegründet und auf das Martyrium der gläubigen Laien."

 

Die christliche Urgemeinde des Landes habe ein Modell "brüderlicher Liebe" gelebt, das soziale Grenzen überwand, fuhr der Papst fort.

 

"Deshalb habe ich die heutigen Christen dazu ermutigt, großzügig zu sein beim Teilen mit den Ärmsten und den Ausgeschlossenen, entsprechend dem Evangelium nach Matthäus, Kapitel 25, 40: 'Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.'"

 

Wunsch nach Versöhnung

Franziskus sprach weiter einen Wunsch für Frieden und Versöhnung auf der geteilten Halbinsel Korea aus:

 

"Wenn wir in Jesus bleiben, in seiner Liebe, wie die Märtyrer, können wir seinen Sieg leben und bezeugen. Mit diesem Glauben haben wir gebetet, und auch jetzt beten wir, dass alle Söhne und Töchter Koreas, die die Folgen des Krieges und der Teilung erleiden, einen Weg der Brüderlichkeit und Versöhnung beschreiten können. (…) Möge der Herr das koreanische Volk immer segnen, ihm Frieden und Aufschwung schenken, und die Kirche, so dass sie immer fruchtbringend sei und voll der Freude des Evangeliums."

 

Gebet für verfolgte Christen

In seinen Grußworten rief der Papst auch zum Gebet für verfolgte Christen auf, vor allem im Irak. Auf seinem Rückflug nach Rom hatte Franziskus überraschend eingeräumt, er werde eventuell den Norden Iraks besuchen, um den leidenden Menschen dort beizustehen.