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03.08.2014

August-Lied: Wem heute glauben?

Das August-Lied: „Wer glaubt, ist nie allein“, Gotteslob Nr. 927.

Was glauben Sie eigentlich? Sicher haben Sie diese mit einem Augenzwinkern vorgebrachte provokante Frage schon einmal gehört. Ich ziehe es vor, eine neue  Frage zu stellen: Wem glauben Sie?


Die Theologie unterscheidet zwischen dem „Dass-Glauben", der sich um die Inhalte und Glaubenssätze sorgt und dem „Du-Glauben", der sich an Gott als Person richtet und Glauben als wachstumsfähige Beziehung versteht.  „Wer glaubt, ist nie allein." Dieses Lied aus dem Gotteslob greift die verlässliche Beziehung zu Gott auf.


Die erste Strophe beginnt mit einem Bekenntnis: „Du bist Jesus, der Sohn Gottes, allen Menschen bist du nah."


Der klare kompromisslose Rhythmus des Liedes, in einem Metrum gesungen, das ans Wandern und Weiterziehen erinnert, lässt vor meinem geistigen Auge das Bild des pilgernden Gottesvolkes erstehen, das das II. Vatikanum geprägt hat und uns als Kirchenbild mittlerweile vertraut und lieb geworden ist. Dazu drängt sich das Bild des Hirten Christus auf, der die Aufgaben verteilt und somit alle in unterschiedlicher Form in die Verantwortung ruft.


Ihm einfach glauben

Jede Strophe des Liedes endet mit der Formel „in Zeit und Ewigkeit." Hier ermutigt die Melodie zum hoffnungsvollen Aufblicken und leitet zum Kehrvers über, der mit seinem einprägsamen Thema daran erinnert, dass bereits jetzt in der Gemeinschaft untereinander und mit Christus der Beginn von Hoffnung, Zuversicht und Freude erahnbar ist.


Die zweite Strophe verbindet Geschichte und Gegenwart. Petrus wird von Jesus selbst mit der Aufgabe betraut, Felsen, Menschenfischer und Hirte zu sein und jene, die sich verirrt haben, zusammenzuführen.


Der bereits vertraute Text in „Zeit und Ewigkeit" erinnert daran, dass die Rolle des Hirten weitergegeben wurde in den jeweils Verantwortlichen der Kirchen.


Die dritte Strophe erinnert an die Ausweitung der Berufung. Auch heute willst du „Menschen, die dir folgen auf dem Weg, der Leben heißt".


Dies führt zur vierten Strophe: „Du bist Hoffnung allen Menschen auf den Straßen dieser Welt." Die schützende Gegenwart Jesu kann uns befähigen, in Konflikten unseren Teil anzuschauen, – den, den wir verändern und so zu einem neuen Miteinander beitragen können.


Sollten Sie sich also bei der nächsten Enttäuschung fragen: „Wem kann ich heute noch glauben?" ergibt sich die Antwort aus unserer Sehnsucht: Ihm – denn: „Wer glaubt, ist nicht allein."


 Sr. Johanna Kobale