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27.04.2014

Johannes Paul II., „Barmherzigkeit Gottes. Quelle der Hoffnung“

Die wichtigsten Texte über die Barmherzigkeit Gottes

Er war der Papst der Superlative: Johannes Paul II. Zugleich blieb er in seinem Tun immer Seelsorger.

 

„Er war groß im Le­ben, ei­ner der ganz Gro­ßen, wie sie die Welt sel­ten sieht. Er war groß im Ster­ben. Al­le Welt hat es ge­se­hen und an sei­nem Ster­ben An­teil neh­men kön­nen. Es kann hier zu Recht von mensch­li­cher Grö­ße ge­spro­chen wer­den. Aber es ist mehr als das. Wer an die Per­son von Papst Jo­han­nes Paul II. rührt, rührt an das Ge­heim­nis. An die Ge­gen­wart der Kraft Got­tes in ei­nem Men­schen“, sagte Kar­di­nal Chris­toph Schön­born beim Gedenkgottesdienst am 3. April 2005. Johannes Paul II. war am 2. April um 21.37 Uhr gestorben.


Den Auf­trag die­ser Bot­schaft sah Kar­di­nal Schön­born in je­ner Bit­te, die Papst Jo­han­nes Paul II. bei sei­nem letz­ten Be­such in Po­len am 17. Au­gust 2002 in der neu­en Ba­si­li­ka, dem „Hei­lig­tum der Barm­her­zig­keit“ am Grab der hei­li­gen Faus­ty­na, in Kra­kau-La­giew­ni­ki äu­ßer­te: „Es ist mein in­nigs­ter Wunsch, dass die Bot­schaft von der er­bar­men­den Lie­be Got­tes al­le Men­schen der Er­de er­rei­chen und ih­re Her­zen mit Hoff­nung er­fül­len mö­ge. Im Er­bar­men Got­tes wird die Welt Frie­den und der Mensch das Glück fin­den.“ Der Papst rief da­mals al­le auf: „Seid Zeu­gen der Barm­her­zig­keit!“


104 Auslandsreisen

Der Pole Karol Wojtyla war der erste nichtitalienische Papst nach 455 Jahren. Er trug entscheidend zur politischen Wende von 1989 bei. Zudem setzte er sich mit Nachdruck für die Ökumene, für eine Aussöhnung mit dem Judentum und für einen Dialog mit dem Islam ein.


Wegen seiner 104 Auslandsreisen in 129 Länder der Welt, spektakulärer Initiativen und Gesten sowie seines Einsatzes für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit verschaffte er der Kirche weltweites Ansehen.


Die drei pas­to­ra­len Be­su­che des „Brü­cken­bau­ers“ in Österreich – 1983, 1988 und 1998 – an der Naht­stel­le zwi­schen Ost und West strahl­ten im­mer weit über die Gren­zen der Re­pub­lik hi­naus. Zu den Höhepunkten der ersten Reise zählten die „Europavesper“ am Heldenplatz, das Fest mit der Jugend im Stadion, der Gottesdienst beim „Papstkreuz“ im Donaupark und der Besuch in Mariazell. 1988 stand neben dem Burgenland der Westen Österreichs im Zentrum, und zehn Jahre später bildeten Salzburg, St. Pölten und Wien mit der Seligsprechung  von Jakob Kern, Anton Maria Schwartz und Schwester Restituta Kafka am Heldenplatz das Reiseziel.


Attentat 1981

Bei einem Attentat wurde Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 durch Schüsse schwer verletzt, überlebte aber dank seiner robusten Konstitution. In den letzten Jahren seines Lebens war er durch Krankheiten zunehmend beeinträchtigt. Dennoch mutete er sich bis zuletzt ein enormes Arbeitspensum zu.


Als erster Papst besuchte er 1986 die jüdische Synagoge in Rom. Als Sensation galten die interreligiösen Friedensgebete, zu denen er 1986, 1993 und 2002 Religionsführer aus aller Welt nach Assisi einlud. 1983 gab er eine neue Fassung des Kirchenrechts heraus. 1992 erschien der Katechismus für die katholische Weltkirche.


Seliggesprochen wurde Johannes Paul II. durch seinen Nachfolger Benedikt XVI. am 1. Mai 2011.