"Man macht nicht Krieg im Namen Gottes!", das sagte Papst Franziskus an die Adresse des "Islamischen Staates" im Irak; er äußerte sich nach dem traditionellen Angelusgebet am Sonntag, 10. August 2014, auf dem Petersplatz. Franziskus zeigte sich tief erschüttert über die Nachrichten aus dem Zweistromland – Mord, Vertreibung und Gewalt jeder Art gegen Minderheiten, die von den Terrorkämpfern des "Kalifates" verübt werden.
"Tausende Menschen, darunter viele Christen, wurden brutal aus ihren Häusern verjagt; Kinder sind an Hunger und Durst während der Flucht gestorben; Frauen wurden entführt; Gewalt jeder Art, Zerstörung religiöser, historischer und kultureller Güter. All das beleidigt Gott und die Menschheit schwer. Man kann nicht Hass im Namen Gottes bringen! Man macht nicht Krieg im Namen Gottes", so Papst Franziskus.
Zugleich dankte Franziskus allen jenen, die den Bedrängten, Hilfe zukommen lassen. Er vertraue, so der Papst "auf eine wirksame politische Lösung auf internationaler und lokaler Ebene", die im Irak die aktuellen "Verbrechen" beende und das Recht wiederherstelle. Zum Zeichen seiner Nähe habe er Kardinal Fernando Filoni zu seinem Persönlichen Gesandten im Irak ernannt.
Kürzer äußerte sich der Papst zum Wiederaufflammen des Krieges im Gazastreifen, der den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern nur verschlimmere. Auch zum Gebet für die Opfer des Ebola-Virus rief der Papst auf.
Nicht nur beim Angelusgebet, auch über seinen Twitterkanal ruft Papst Franziskus zu Gebet für und Solidarität mit den verfolgten Menschen im Irak auf - seit Samstag sogar mehrmals täglich. "Die Menschen, die im Irak ihrer Häuser beraubt wurden, brauchen uns. Beten wir und bieten wir, wo möglich, konkrete Hilfe an", heißt es in einer Kurzbotschaft von diesem Sonntagmorgen.
Am Nachmittag twitterte Franziskus: "Die Nachrichten aus dem Irak tun uns weh. Herr, lehre uns mit unseren Brüdern und Schwestern, die leiden, solidarisch zu leben."
Am Sonntagabend: "Ein Aufruf an alle Familien: Erinnert euch in einem Augenblick des Gebets, wie viele im Irak gezwungen sind, ihre Häuser aufzugeben."
Bereits am Samstag hatte der Papst fünf Twitter-Botschaften den Menschen im Irak gewidmet. Noch nie zuvor hat der Papst so viele Kurznachrichten an einem Tag abgesetzt.