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Markus Langer
03.07.2014

Kreuzgangkonzerte im Wiener Dominikanerkloster

Die Dominikaner öffnen für die "Musik des Wortes" die Klostertüren.

Die Kreuzgangkonzerte im Wiener Dominikanerkonvent sind schon zur Tradition geworden. Warum wird der Kreuzgang im Sommer für das Publikum geöffnet?

 

Pater Thomas Gabriel Brogl: Die Menschen, die zu uns kommen und den Kreuzgang sehen, sind immer wieder fasziniert und erstaunt von dem Raum. Uns ist es wichtig, dass wir den Raum nicht nur für uns haben, eine Tradition, die wir geschenkt bekommen haben, sondern dass er für Gäste geöffnet wird. In der Langen Nacht der Kirchen ist der Kreuzgang immer ein großer Anziehungspunkt. So entstand die Idee, diesen auch für Konzerte zu öffnen, denn die Akustik ist sehr gut. In einem besonderen Rahmen kann geistiges Wort und geistige Musik eine ganz eigene Schönheit entfalten.

 

Was steht in diesem Jahr auf dem Programm?

 

Pater Thomas Gabriel: Es ist ein sehr buntes Programm dieses Jahr. Die Wiener Choralschola wird zwei Konzerte mit gregorianischer Musik geben. Wir werden auch ein Ensemble aus Deutschland, das auch durch CD-Aufnahmen sehr bekannt ist, zu Gast haben: das Ensemble Cosmedin. Es spielt Stücke mittelalterlicher Musik bis hin zu ganz moderner zeitgenössischer Musik rund um Meister Eckhard, der Dominikaner war, deshalb passt dies sehr gut bei uns rein. An einem Abend werden wir zwei evangelische Persönlichkeiten, Bach und Bonhoeffer, gegenüberstellen, mit Violinsonaten von Johann Sebastian Bach und Texten von Dietrich Bonhoeffer. Am letzten Abend gibt es Abendmusik aus der Romantik, einen Liederabend, thematisch von Italien bis Österreich/Deutschland. Das Ziel der Konzertreihe ist, wirklich einen großen Bogen zu schlagen, von der zeitgenössischen Musik bis hinein zur Gregorianik, versehen auch mit einem geistigen Akzent.

 

Manche sagen, Musik sei die Stimme Gottes. Welche Verbindung besteht da zwischen Erde und Himmel?

 

Pater Thomas Gabriel: Musik eröffnet einen Raum in der Seele und bringt diese zum Schwingen. Es führt über das, was einem im Alltag beschäftigt, hinaus. Nicht umsonst hat man im Mittelalter von der "harmonia mundi" gesprochen, von der Sphärenmusik, die alles verbindet. Musik ist Ausdruck dieser großen Harmonie, die der Welt und dem Weltall von Gott her eingeschrieben ist. Ich glaube, dass sie in den Seelen die Sehnsucht nach etwas Größeren, etwas Transzendenten deutlich machen kann.